Kritik an Reform des Automobil-Weltverbandes
Rätselhafter Defekt stoppt Schumis Ferrari

Ein rätselhafter Defekt im neuen Ferrari hat Michael Schumacher bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona gestoppt. Nach 70 Runden blieb der "F2002" am Donnerstag mit mechanischen Problemen urplötzlich stehen. "Ich weiß nicht, was los war", sagte der Kerpener.

dpa BARCELONA/HAMBURG. Bei seinen ersten Probefahrten nach dem Großen Preis von Malaysia war der viermalige Weltmeister auf Anhieb schnell unterwegs gewesen, lag deutlich vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello. "Das Auto ist schneller, aber es muss auch zuverlässig sein", sagte Schumacher.

Der Einsatz des neuen roten Renners bereits am 31. März beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo ist nach der neuerlichen Panne weiter offen. "Ich kann noch nicht sagen, mit welchem Auto wir fahren werden", sagte Schumacher. Erst nach dem Ende der Testfahrten am Freitag wird eine Entscheidung fallen. So schlecht sieht es aber nicht aus, denn der neue Wagen stellte trotz des Aussetzers seine Qualitäten unter Beweis. Beim Grand Prix in Barcelona am 28. April werden lediglich 65 Runden gefahren. Beim Test war "Schumi" länger unterwegs gewesen.

Zudem hat Barrichello, der den "F2002" schon seit Dienstag auf Herz und Nieren prüft, ebenfalls lange Strecken problemlos zurückgelegt. Am Vortag hatte der Brasilianer auf dem Grand-Prix-Kurs immerhin 87 Runden (411,249 Kilometer) gedreht. Eine ähnliche Marathondistanz legte der 29-Jährige am Dienstag zurück. Schumacher fuhr am Vormittag 56 Runden, ehe er am Nachmittag nach weiteren 14 Runden frühzeitig in die Box zurückkehren musste.

Unterdessen ist an den Reformen des Automobil-Weltverbandes (FIA) erste Kritik laut geworden. Ab der Saison 2004 dürfen die Formel-1-Teams nur noch einen Motor pro Fahrer und pro Rennwochenende benutzen. Durch diese Einschränkung sollen die Motorenhersteller nach Schätzungen 30 bis 50 Mill. Euro pro Saison einsparen. "Die Formel 1 ist ein Sport und nicht Hollywood. Wir brauchen eine gute Show, das stimmt, aber nicht auf diese Weise", stellte Jaguar-Pilot Eddie Irvine fest.

Sollte der Motor im Training oder in der Qualifikation kaputt gehen, wird der Fahrer in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten versetzt. Noch größere Einsparungen sollen durch ein "Testfahrt-Stopp" erreicht werden. So liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, dass die Rennställe am Freitag vor dem Rennen bis zu sechs Stunden lang testen dürfen und dafür auf die Probefahrten zwischen den Rennen verzichten. Dagegen soll es schon in Brasilien den Formel- 1-"Rüpeln" an den Kragen gehen. Die Rennkommissare dürfen ab sofort einen Fahrer nach einem Unfall im nächsten Grand Prix zehn Plätze in der Startaufstellung zurückstufen. "Das ist doch besser, als überhaupt am Rennen teilzunehmen", sagte Schumacher.

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