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Kritik an Reformplänen von Bildungsministerin Bulmahn

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) ist mit ihren Reformvorstellungen nach dem erneut mittelmäßigen Pisa- Ergebnis für deutsche Schulen auf Kritik gestoßen.

dpa BERLIN. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) ist mit ihren Reformvorstellungen nach dem erneut mittelmäßigen Pisa - Ergebnis für deutsche Schulen auf Kritik gestoßen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (Dihk) wies Bulmahns Forderung nach Abschaffung der Hauptschule zurück.

Der Vorstoß "führt am Thema vorbei", sagte Ludwig Georg Braun dem "Handelsblatt". Die "altbekannte und ideologisch festgefahrene Schulstrukturdebatte" nähre "den Irrtum, damit würden die Probleme schwächerer Schüler gelöst". Der Schlüssel liege vielmehr in der individuellen Förderung der einzelnen Kinder.

Bulmahn hatte am Dienstag eine Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem gefordert. Die neue Pisa-Studie zeige, dass die Hauptschule keine Zukunft mehr habe. Zugleich stellte sie die frühe Auslese von 10-jährigen Kindern auf unterschiedliche Schulformen in Frage. Nach dem Pisa-Ergebnis gehört in Deutschland jeder fünfte 15- Jährige zur "Risikogruppe", die nicht genügend Rüstzeug für eine Ausbildung oder den Berufseinstieg mitbekommen habe.

Auch der Deutsche Lehrerverband wandte sich dagegen, die Hauptschulen abzuschaffen. Verbandspräsident Josef Kraus forderte in der "Netzeitung" stattdessen eine bessere Ausstattung der Schulen. Aus seiner Sicht muss es darum gehen, die Kernprobleme der Hauptschulen in den Griff zu bekommen. Der Verbandschef nannte die Uneinheitlichkeit der Schülerschaft und den hohen Anteil von Migrantenkindern. Mit 35 000 zusätzlichen Lehrerstellen könne man eine deutliche Verbesserung der Situation erreichen.

Zwei SPD-Politiker forderten von der Bundesregierung die Einführung von Zentralprüfungen an allen Schulen. Die Sprecher des einflussreichen Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs und Klaas Hübner, sagten der "Bild"-Zeitung, nur mit bundesweit einheitlichen Tests könne das Niveau an deutschen Schulen angehoben und das Abschneiden deutscher Schüler bei internationalen Leistungsvergleichen wie der Pisa-Studie verbessert werden. "Die Qualität der Abschlüsse in den Bundesländern ist zu unterschiedlich", meinte Kahrs. Der Bund müsse deshalb Aufgaben und verbindliche Standards für die Prüfungen vorschreiben.

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