Kritik an Sicherheitsvorschriften
Toulouse: Mindestens 29 Tote nach Explosion in Fabrik

Die gewaltige Explosion in einer Chemiefabrik am Rand der südfranzösischen Stadt Toulouse hat mindestens 29 Menschen getötet und Kritik an Sicherheitsmängeln und am Standort des Werkes ausgelöst.

dpa TOULOUSE. Auch zwei Tage nach der Explosion in einem Nitrat-Lager der zum Konzern TotalFinaElf gehörenden Fabrik suchte die Feuerwehr am Sonntag mit Suchhunden in dem riesigen Trümmerfeld nach Verschütteten. Etwa 400 Verletzte wurden noch in Krankenhäusern behandelt. 30 von ihnen sind schwer verletzt. Völlig unklar war auch am Sonntag noch, wie es zu der Explosion kommen konnte. Die Ermittler nehmen einen Unfall als "wahrscheinlich" an, schließen jedoch auch einen Anschlag nicht aus.

Die Explosion von 200 bis 300 Tonnen Ammonium-Nitrat hatte am Freitag Tausende von Wohnungen sowie Schulen, Geschäfte und auch ein Krankenhaus zerstört oder stärker beschädigt. Insgesamt wurden 1170 Menschen verletzt, von denen mehr als 650 in Krankenhäuser im Großraum Toulouse gebracht werden mussten. Die Chemie-Fabrik, in deren Nähe ein Sprengstoff-Werk steht, wurde völlig zerstört. Die Explosion hinterließ einen tiefen Krater von 50 Metern Durchmesser.

Grüne Umweltpolitiker sprachen von einem "ökologischen Verbrechen" und Versäumnissen. Scharf kritisiert wurde, dass die Fabrik, in der hochgefährliche Chemikalien zu Düngemittel verarbeitet wurden, in der Nähe der viertgrößten französischen Stadt produzieren durfte. Die Regierung in Paris und die TotalFinaElf- Gruppe stellten als erste Hilfe je zehn Mill. Franc (zusammen sechs Mill. Mark/3,4 Mill. Euro) bereit.

Tausende Menschen bekamen auch am Sonntag noch nicht Gas für die Wohnungen, weil die Gas-Leitungen nach der Erschütterung kontrolliert wurden. Etwa 450 Menschen schliefen noch in Notunterkünften. Die Universität sowie Schulen sind geschlossen. Psychologen betreuen die Angehörigen der Opfer.

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