Kritik an Überwachungsverordnung
Internet soll sicherer werden

Die Sicherheit im Internet muss nach Auffassung von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) verbessert werden. "Attacken auf das Internet, auf Unternehmen und Privatanwender beeinträchtigen das Vertrauen in den E-Commerce", sagte Müller am Dienstag in Berlin anlässlich eines Spitzengesprächs der "Partnerschaft sichere Internet-Wirtschaft".

sm/ap BERLIN. Dieser Zusammenschluss von Bundeswirtschaftsministerium, Unternehmen und Verbänden hat es sich vor einem Jahr zur Aufgabe gemacht, Technologien für betrugssicheren E-Commerce zu entwickeln und Wirtschaft und Öffentlichkeit über Risiken zu informieren.

Nach Hochrechnungen der Post-Tochter Signtrust verursachen Internetsicherheitsprobleme in Deutschland jährlich einen Schaden von rund 5 Mrd. DM. Das Unternehmen bietet digitale Signaturen fürs Internet an. Ein Sprecher des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik bezifferte die Betrugsschäden im Internet gegenüber Reuters allerdings lediglich auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Auch die Wirtschaftsspionage über elektronische Datenträger hat den Experten zufolge stark zugenommen. "Nur etwa 20 % der deutschen Unternehmen verfügen über Verschlüsselungs-Software", sagte Norbert Pohlmann von Teletrust, einem gemeinnützigen Verein, der vertrauenswürdige Technologien im Internet fördern will. Unternehmensinterne E-Mails und die Kommunikation zwischen den Niederlassungen über Intranet seien meist vollkommen ungeschützt.

Umstrittener Entwurf zur Überwachungsverordnung

Die Kosten eines Unternehmens für Verschlüsselungs-Software können von 100 bis 10 000 DM reichen. An Privatanwender wurden bislang 8 000 so genannte digitale Signaturen verkauft. Dieses Verfahren, das eine sichere Identifikation von Internetnutzern ermöglicht, ist seit 1997 in Deutschland gesetzlich geregelt.

Müller leitete mit mehr als 50 Repräsentanten von Verbänden und Unternehmen eine "Sicherheitsoffensive" bei den Informations- und Telekommunikationssystemen (IT) ein. Der Minister legte bei dem Gespräch auch den umstrittenen Entwurf seines Hauses für eine neue Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV) auf Eis.

Die Internetunternehmen hatten die Pläne scharf kritisiert, weil sie die Betreiber von elektronischen Diensten und Netzen mit Milliardenausgaben belasten würde. Müller kündigte an, er werde die Vorlage seiner Beamten vor allem mit Blick auf die Kosten überprüfen. Im Ergebnis sei er "nicht festgelegt".

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