Kritik an undurchsichtiger Bilanz
Metabox AG plant zweiten Börsengang in London

dpa HILDESHEIM. Die bisher am Frankfurter Neuen Markt notierte Metabox AG plant einen zweiten Börsengang auf dem internationalen Parkett. Zwei Millionen neue Aktien sollen am Technologiemarkt der Londoner Börse platziert werden, sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Domeyer am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hildesheim. Einen genauen Zeitpunkt der Emission nannte er noch nicht. Die Hauptversammlung billigte eine entsprechende Erhöhung des Grundkapitals.

Auf der ersten Hauptversammlung nach dem ersten Börsengang vor einem Jahr sah sich der Vorstand neben Lob für die technologischen Neuerungen auch heftiger Kritik ausgesetzt. Sie konzentrierte sich vor allem auf den Geschäftsbericht für 1999. Dieser sei nicht durchsichtig und detailliert genug. Man könne sich kein Bild von Metabox machen, sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Gefragt wurde auch, warum Metabox nicht offen lege, dass das Umsatzwachstum in 1999 und im ersten Halbjahr im wesentlichen aus der Übernahme der Firma Amstrad resultiere. Nach vorläufigen Angaben steigerte Metabox den Umsatz bis Ende Juni um 340 % auf 26,6 Mill. DM (rund 13,5 Mill. Euro). Auf Grund von Vorfinanzierungen für einen Großauftrag machte Metabox im ersten Halbjahr erneut einen Verlust von einer Million DM.

Die ersten Auslieferungen für den Auftrag über 500 000 so genannter Set-Top-Boxen zum Internetempfang per Fernseher beginnen Ende September. Ein bekannter TV-Hersteller werde in absehbarer ein Gerät mit integriertem Internetzugang auf Basis von Metabox- Technologie auf den Markt bringen, sagte Domeyer.

Das frische Geld aus dem zweiten Börsengang will Metabox für den Ausbau seiner Aktivitäten im Geschäft mit Internet-Fernsehen einsetzen.

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