Kritik an Unternehmen
NS-Entschädigung: Druck auf Zahlungsunwillige wächst

Die Stiftungs-Gründer wollen sich um abseits stehende Unternehmen "persönlich kümmern". IG-Metall-Chef Zwickel warf den Firmen "unwürdiges Gefeilsche" und "Pfennigfuchserei" vor.

adx BERLIN. Der Druck auf säumige Unternehmen zur Beteiligung an der Entschädigung von einstigen NS-Zwangsarbeitern wächst. Die 17 Gründungskonzerne der Stiftung zur Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter wollen verstärkt an noch abseits stehende Unternehmen herantreten. BASF-Vorstandsmitglied Helmut Becks sagte, jeder Vorstand aus den Gründungsunternehmen habe "eine Liste von Firmen, um die er sich persönlich kümmert". IG-Metall-Chef Klaus Zwickel warf am den Unternehmen indes ein "unwürdiges Gefeilsche" um die Entschädigungszahlungen vor. Was als würdige und großzügige Geste gedacht gewesen sei, drohe zur "Pfennigfuchserei" zu verkommen.

Zwickel forderte die Wirtschaft im "Kölner Express" (Dienstagausgabe) auf, die zugesagten 5 Mrd. DM in den Entschädigungsfonds einzuzahlen, damit mit der Auszahlung begonnen werden könne. Es sei ein Trauerspiel, dass 50 Jahre nach Kriegsende die ehemaligen Zwangsarbeiter des NS-Regimes immer noch auf ihre Entschädigungszahlungen warteten. Statt ein bis zwei Promille ihres Jahresumsatzes für die Entschädigung der Ex-Zwangsarbeiter zu zahlen, leugneten viele Firmen ihre Mitschuld und verhöhnten die Opfer ein zweites Mal.

Auch Becks reagierte wegen der Zahlungssäumnis einzelner Firme mit Unverständnis: "Das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar und inakzeptabel", sagte Becks der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe). Er finde es nicht in Ordnung, dass Unternehmen, die wie BASF den Fonds "mitgegründet und bereits jeweils 100 Mill. eingezahlt haben", darüber hinaus weitere Millionen zahlen sollen.

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