Kritik aus den eigenen Reihen
Stoiber im Stimmungstief

Die Popularität von Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber ist einer Umfrage zufolge stark gesunken.

wiwo ap FRANFURT/M. Nur 29 Prozent der Deutschen würden den CSU-Politiker derzeit direkt zum Bundeskanzler wählen, sechs Prozent weniger als in der Vorwoche, wie eine Erhebung des Forsa-Instituts ergab. Stoiber wehrte sich unterdessen gegen Kritik aus den eigenen Reihen über mangelndes Profil im Wahlkampf. Dabei erhielt er auch Rückendeckung von CDU-Vize Christian Wulff.

Bei der Umfrage, die vom Fernsehsender RTL und dem Magazin "Stern" in Auftrag gegeben wurde, kam Amtsinhaber Gerhard Schröder auf bundesweit 41 Prozent. Stoibers Akzeptanz ist besonders im Osten niedrig: Nur 18 Prozent der Wahlberechtigten würden ihn dort direkt zum Kanzler wählen. Insgesamt wurden 2.508 Deutsche befragt.

Stoiber verteidigte seinen Kurs in einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Dienstag, wie die "Passauer Neuen Presse" (Mittwochausgabe) berichtet. Wenn man in Bayern 50 Prozent der Arbeitnehmer hinter sich habe, erreiche man dies nur mit einer Politik der Mitte, zitierte die Zeitung den CSU-Chef unter Berufung auf Sitzungs-Teilnehmer.

Die Union müsse laut Stoiber versuchen, auch Menschen zu integrieren, die nicht zu ihrer Stammwählerschaft zählten, wenn sie über 40 Prozent kommen wolle. Gleichzeitig habe sich der bayerische Ministerpräsident über eine Entpolitisierung des Wahlkampfes durch Kanzler Schröder beklagt. Er wolle mit politischen Inhalten dagegen halten.

Unterstützung erhielt Stoiber vom stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Christian Wulff. Die Union sei im Wahljahr auf dem richtigen Weg, sagte Wulff dem Südwestrundfunk (SWR). Mit Blick auf das politische Ziel, nämlich die Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland zu schaffen, komme es nicht auf die Show eines Kandidaten an, sondern auf harte Arbeit. "Das Ziel von Edmund Stoiber ist, das, was er für und in Bayern erreicht hat, auf Deutschland zu übertragen", erklärte Wulff.

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