Kritik des Kartellamts
Bahn zieht Forderungen an Lieferanten zurück

Nach Kritik des Bundeskartellamts hat die Deutschen Bahn AG ihre Forderung nach pauschalen Rückzahlungen von ihren Lieferanten zurückgezogen.

Reuters BERLIN/DÜSSELDORF. "Wir fordern keinen rückwirkenden Beitrag zur Sanierung des Unternehmens von unseren Lieferanten mehr", sagte Bahn-Sprecher Werner Klingberg am Donnerstag in Berlin. Der Brief mit den Forderungen an die Zulieferer sei offenbar irrtümlich in einer vorläufigen Fassung verschickt worden. In einem Schreiben, das Reuters vorlag, verlangte die Bahn von 330 Lieferanten Rückzahlungen in Höhe von zehn Prozent der Auftragssumme in diesem Jahr. Damit sollten sie einen Sanierungsbeitrag für das Staatsunternehmen leisten. Das Bundeskartellamt hatte das Vorgehen kritisiert und die Bahn zum Aussetzen der Forderungen aufgefordert.

In dem Schreiben heißt es, die Bahn befinde sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Man unterziehe gegenwärtig das "Lieferantenportfolio einer umfassenden Überprüfung". Von den Lieferanten werde ein Beitrag für die Zukunft der Bahn erwartet. Den Unternehmen wird eine Frist zum 18. November für die Rückzahlung auf Grund der ersten neun Monate des Jahres genannt. Im Januar solle dann für das letzte Quartal 2002 gezahlt werden.

Das Vorgehen der Bahn stoße auf erhebliche kartellrechtliche Bedenken, hatte daraufhin das Bundeskartellamt erklärt. Die Wettbewerbshüter wiesen die Bahn deshalb an, zu dem Vorgang Stellung zu nehmen und ihre Forderungen an die Lieferanten umgehend auszusetzen. Möglicherweise verstoße die Bahn gegen das Kartellverbot, hieß es.

Der Bahn-Sprecher erklärte, das Unternehmen halte aber weiter an den Plänen fest, beim Einkauf zwischen 2001 und 2005 rund 1,9 Milliarden Euro einszuparen. Dies werde man aber nicht mit pauschalen Forderungen, sondern in Kooperation mit den Lieferanten erreichen, sagte er.

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