Kritik: Kunden rechtlos
Deutsche Bahn erhielt 400 000 Beschwerden

Bei der Deutschen Bahn AG sind im vergangenen Jahr 400 000 Beschwerden unzufriedener Kunden eingegangen.

dpa BERLIN/ FRANKFURT. Bahn-Sprecherin Birgit Röher bestätigte am Samstag in Berlin einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus". Im Vergleich zum Jahr 2000 sei die Zahl in etwa gleich geblieben. Nach "Focus"- Informationen klagten die Fahrgäste über verpasste Anschlüsse, zu hohe Ticketpreise und unübersichtliche Tarife. Zudem seien schlechter Service, verschmutzte Züge und Verspätungen Anlass für Beschwerden gewesen.

Der Fahrgast-Verband Pro-Bahn bemängelte die schwache Rechtsposition des Kunden gegenüber der Bahn. Dieser sei "rechtlos" und auf sich selbst gestellt. Pro-Bahn-Sprecher Holger Jansen sagte, nur wer sich beschwere, habe Chancen auf eine Entschädigung etwa in Form eines Reisegutscheins. Die Mehrzahl der Kunden mache sich diese Mühe nicht, wenn ihr Zug Verspätung habe. Viele hätten bereits resigniert, sagte Jansen.

Die Bahn wertete die unveränderte Zahl der Beschwerden dagegen als Hinweis darauf, "dass die Kunden unverändert an uns herantreten". Die Bahn könne so sehen, wo etwas im Argen liege und die Probleme abstellen. "Es ist aber Wunschdenken, dass man von heute auf morgen alles ändern kann", sagte Sprecherin Röher. Die Bahn unterhält 25 Beschwerdezentren für ihre jährlich 1,7 Milliarden Fahrgäste.

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