Kritik von Analysten
Telekom stellt Rechnungslegung um

Die Deutsche Telekom AG hat unmittelbar vor der Veröffentlichung ihres Quartalsberichts überraschend eine Umstellung der Rechnungslegung sowie eine Umgliederungen ihrer Sparten vorgenommen und damit die Prognosen der Analysten teils hinfällig werden lassen. Die Deutsche Telekom informierte darüber zunächst nur auf ihrer Investor-Relations-Seite im Internet. Auf Anfrage bestätigte sie am Mittwoch die neue Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung.

vwd DÜSSELDORF. Den Analysten wurde offenbar erst am Mittwoch und damit einen Tag vor Ausweis des Erstquartals mitgeteilt, dass es zu Umsatzumgliederungen innerhalb der Säulen kommt. Überrascht zeigten sich die Analysten auch von der Tatsache, dass die ersten drei Monate 2003 nach dem Umsatzkosten- und nicht mehr wie bisher nach dem Gesamtkostenverfahren bilanziert werden.

Von den Veränderungen auf Spartenebene profitiert besonders die Festnetztochter T-Com. So werden zum einen mit dem ersten Quartal die Ergebnisse dieses Segments auch diejenigen der DeTeMedien enthalten, die bislang auf die Säule T-Online entfielen. Durch eine andere Transaktion erhöht sich bei T-Com der Außenumsatz deutlich und bei T-Mobile etwas, während T-Systems niedrigere Erlöse ausweisen wird. Hierbei geht es den Angaben zufolge um die Verbuchung und Erfassung von Geschäften mit Standardprodukten, die zwar von T-Systems vermittelt und betreut, aber von den anderen Divisionen abgewickelt und berechnet werden.

Die Sparten-Umstellungen wurde den Analysten nach Auskunft des Bonner Unternehmens am Mittwoch per Email zur Kenntnis gebracht. "Ich habe die sechs Seiten heute nachmittag unaufgefordert bekommen, während ich in einer Telefonkonferenz mit der spanischen Telefonica war", berichtet beispielsweise WestLB-Analyst Frank Wellendorf. Auf den Wechsel zum Umsatzkostenverfahren wurden einige Experten erst durch die Medien aufmerksam gemacht. Die Telekom hat diese Neuerung nach eigener Darstellung bereits seit einigen Tagen auf ihrer Internetseite stehen. Die Analysten wurden aber offenbar nicht aktiv darauf hingewiesen.

Die Schätzungen zu den Sparten sind jedenfalls weitgehend Makulatur. Die Umstellung aufs Umsatzkostenverfahren dürfte nach Ansicht Wellendorfs auch Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) haben. "Es wäre sinnvoller gewesen, wenn die Telekom die Umstellungen einige Zeit vorher mitgeteilt hätte, so dass man sie in die Schätzungen hätte einbauen können", kritisiert Analyst Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Ungehalten zeigt sich auch sein Kollege Karsten Rahlf von der Vereins und Westbank: - "Die Telekom hat Nachholbedarf, wenn es darum geht, wichtige Informationen früh und transparent zu kommunizieren."

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