Kritik wegen Datenschutz und Patenten
Wirbel um Microsoft-Software

Der US-Software-Konzern kann über das Programm "Office XP" offenbar private Kundendaten abrufen. Außerdem soll das Unternehmen mit Windows XP Intertrust-Patente verletzt haben.

ddp WASHINGTON / SANTA CLARA. Die US-Behörde Computer Incident Advisory Capability Office (CIAC) warnt vor einer Funktion in der Bürosoftware Office XP, über die Microsoft Zugang zu vertraulichen Daten seiner Kunden erhalten könnte. Wie der Informationsdienst CNet berichtet, bezieht sich das CIAC auf das Angebot von Microsoft, nach Systemabstürzen eines Rechners die Ursache zu suchen. Zu diesem Zweck übersendet der PC nach Abstürzen ein Protokoll des Computerzustands an Microsoft. Dieses Protokoll enthält auch Informationen aus dem Arbeitsspeicher. Darin wiederum befinden sich neben anderen Daten die zum Zeitpunkt des Crashs geöffneten Office-Dokumente.

Das CIAC bemängelt, dass der Microsoft-Kunde zwar vor Absenden des Protokolls eine Information über diesen Vorgang erhält, jedoch nicht über Art und Inhalt der übermittelten Daten. Microsoft wiederum sieht dem Bericht nach kein Problem in dem Verfahren. Es handele sich um eine Funktion von Office XP, die jederzeit abgeschaltet werden könne. Beim Transport durch das Internet seien die Daten ausreichend verschlüsselt, beim Empfänger wiederum interessiere man sich ausschließlich für die technischen Umstände, die einen Crash verursachten, nicht aber für den Inhalt der womöglich mitgelieferten Office-Dateien.

Klage wegen Patentverletzungen

Unterdessen hat die amerikanische Firma Intertrust ihre Klage gegen den Microsoft-Konzern wegen Patentverletzungen um drei Vorwürfe erweitert. Nach Informationen der Nachrichtenplattform CNet behauptet Intertrust, dass auch das neue Betriebssystem Windows XP und die geplante ".NET"-Initiative von Microsoft Rechte von InterTrust verletze.

Intertrust hat sich frühzeitig darauf spezialisiert, Kopierschutzmechanismen für urheberrechtlich geschützte Dateien zu entwickeln. Dies geschah bereits in den frühen 90er Jahren. Microsoft hingegen habe das so genannte Digital Rights Management bei Multimedia-Dateien erst in den vergangenen Monaten zum Thema gemacht und benutze beispielsweise beim neuen Windows Media Player Konzepte von InterTrust.

Microsoft-Sprecher Jim Desler wies gegenüber CNet die Vorwürfe entschieden zurück. Es handele sich bei der Klage um einen Schuss ins Blaue. Die bei Gericht eingereichten Dokumente zeigten an keiner Stelle, dass Intertrust überhaupt wisse, worum es Microsoft bei der ".NET"-Strategie gehe.

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