Kritiker: Kein Gewinn für die Märkte
Unabhängige wollen Musik-Fusion kippen

Die einflussreiche europäische Vereinigung unabhängiger Musikunternehmen, Impala, will entschlossen gegen die am vergangenen Freitag vertraglich vereinbarte Verschmelzung der angeschlagenen Musikriesen BMG und Sony Music vorgehen.

DÜSSELDORF. Die einflussreiche europäische Vereinigung unabhängiger Musikunternehmen, Impala, will entschlossen gegen die am vergangenen Freitag vertraglich vereinbarte Verschmelzung der angeschlagenen Musikriesen BMG und Sony Music vorgehen. "Um die Fusion durchzubekommen, müsste die EU-Kommission die Wettbewerbsregeln neu schreiben. Und das wird nicht passieren", heißt es von Impala in Brüssel. Impala vertritt nach eigenen Aussagen Unternehmen mit zusammen rund 28 % Marktanteil in Europa und hat bereits bei der an Wettbewerbsfragen gescheiterten Fusion von Emi und Warner Music im Jahr 2000 eine entscheidende Rolle gespielt. Den Rest des Marktes teilen sich fünf Unternehmen: Universal Music, Emi Music, BMG, Sony und Warner Music.

Sollte die Fusion genehmigt weren, wird die neue Sony BMG, die dann je zur Hälfte den beiden Mutterkonzernen Bertelsmann und Sony gehört, zur Nummer zwei des Marktes - hinter Universal Music, die rund 26 Prozent des Weltmarktes beherrscht.

Der Musikmarkt habe sich zwar geändert, geben die Fusionskritiker zu, ihre Schlussfolgerungen unterscheiden sich aber deutlich von denen der Fusionspartner. Die Partner machen in erster Linie ungebremstes Raubkopieren und CD-Brennen für die aktuelle Krise verantwortlich. In diesem Jahr wird der Umsatzrückgang der Tonträgerbranche erneut einen zweistelligen Prozentsatz erreichen, im ersten Halbjahr waren es weltweit bereits über zehn Prozent.

Die Impala-Mitglieder hingegen - in Deutschland unter anderem Edel Music und der Verband der unabhängigen Tonträgerhersteller (VUT) - machen die schon längst viel zu hohe Marktkonzentration, die zunehmende Eintönigkeit der Musikprodukte und Vertriebsprobleme zu einem guten Teil für die Situation mit verantwortlich. Das würde verschärft und zementiert, so ihre Argumentation, wenn die Konzentration weiter voranschreitet.

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