Krititker äußerten sich besorgt über Privatssphäre
US-Familie Computerchip eingepflanzt

Der Reiskorn-große Chip, auf dem Telefonnummer und Informationen über Medikamente gespeichert sind, wurde ihnen unter örtlicher Betäubung in den Arm implantiert. Der Eingriff dauerte nach Angaben von Jeff und Leslie Jacobs nur eine Minute und verlief problemlos.

dpa BOCA RATON. Die Herstellerfirma Applied Digital Solutions hofft, dass das Beispiel Schule macht. Ärzte könnten damit in Notsituationen und bei Bewusstlosigkeit schnell Patienteninformationen bekommen. Auch für Alzheimer-Patienten, die an Gedächtnisverlust leiden, sei der Chip gedacht. Die gespeicherten Daten sind mit einem Scanner durch die Haut abzulesen.

"Wir versprechen uns davon mehr Sicherheit", sagte die 46-jährige Leslie Jacobs nach dem Eingriff. Ihr Mann Jeff hat mehrere Operationen hinter sich und kämpft mit vielen Krankheiten. Die Familie wolle für etwaige Notfälle besser gerüstet sein.

Kritiker äußerten sich besorgt über mögliche Eingriffe in die Privatsphäre. "Wer entscheidet, wer einen solchen Chip bekommt?", fragte Marc Rotenberg vom Electronic Privacy Information Center, in der "Los Angeles Times". "Damit kann man einen Menschen einfacher gängeln als wenn man einen Hund an die Leine legt."

Der Hersteller will den so genannten VeriChip für etwa 200 $ (rund 219 Euro) verkaufen. Er geht von einem riesigen Markt aus, der seinen Schätzungen zufolge in den nächsten Jahren mehr als 15 Mrd. $ (16,4 Mrd. Euro) umfassen könnte.

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