Kroaten kommen nicht über 0:0 gegen die Schweizer hinaus
Zwei Verlierer

Die Schweiz muss weiter auf ihren ersten Sieg bei der Endrunde einer Fußball-Europameisterschaft warten. Im Außenseiter-Duell der Gruppe B gegen Kroatien mussten sich zehn Eidgenossen am Sonntagabend in Leiria mit einem torlosen Remis begnügen, das ihre Chancen auf den Vorstoß ins Viertelfinale bei noch ausstehenden Spielen gegen England und Frankreich erheblich schmälert.

HB LEIRIA. Vor 24 000 Zuschauern im Stadion Magalhaes Pessoa wurde das Team von Trainer "Köbi" Kuhn durch den umstrittenen Platzverweis gegen Johann Vogel um die mögliche Siegchance gegen die äußerst sturmschwachen Kroaten gebracht. Der Spieler vom PSV Eindhoven sah in der 50. Minute wegen Ballwegschlagens Gelb-Rot vom portugiesischen Schiedsrichter Lucilio Batista, der dem hektischen Geschehen nur selten gewachsen war.

"Das ist für uns ein positives Resultat. Wie viel es am Ende beiden nützen wird, muss man sehen. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, nachdem sie fast die komplette zweite Halbzeit mit einem Mann weniger spielen musste", sagte Kuhn nach einem langweiligen Spiel, in dem ausgerechnet der Gladbacher Jörg Stiel in der 70. Minute für die aufregendste Szene gesorgt hatte. Weit außerhalb seines Strafraums stehend wurde der Schweizer Keeper von einem 80 Meter-Schuss von Milan Rapaic überrascht und klärte die Situation kurz vor der Torlinie in zirkusreifer Manier mit dem Kopf. "Ich hätte ihn auch anders nehmen können. Aber im Fußball gehört auch Spaß dazu", meinte Stiel mit einem schelmischen Grinsen.

Das Duell der Bundesliga-Legionäre - fünf bei Kroatien, drei im Team der Eidgenossen - stand im Zeichen harmloser Angriffsreihen. Eine enttäuschende Vorstellung bot vor allem der Ex-Dortmunder Stephane Chapuisat, der sich gegen seinen Widersacher Robert Kovac von Bayern München nie durchsetzen konnte. Der fast 35-Jährige, der zuletzt im September 2002 im Nationaltrikot traf und den Zenit seiner Laufbahn längst überschritten hat, wurde nach knapp einer Stunde ausgewechselt. Auf der Gegenseite war auch von Dado Prso wenig zu sehen. Der Torjäger des AS Monaco fiel vor allem durch eine "Schwalbe" auf, für die er Gelb sah.

Mit ihrer körperbetonten Spielweise erkämpften die Kroaten zwar ein Übergewicht im Mittelfeld, doch die erste Chance bot sich den Schweizern. Nach einem Fehler von Josip Simunic hatte Alex Frei (15.) freie Bahn, konnte Ersatzkeeper Tomislav Butina im kroatischen Tor jedoch nicht überwinden. Zehn Minuten später verpasste Bernt Haas nach einer Ecke von Hakan Yakin eine gute Kopfballmöglichkeit. Der WM-Dritte von 1998 musste bis zur 36. Minute auf seine erste Möglichkeit warten, als Stiel einen Eckball unterlief und Niko Kovac über das Tor köpfte. Wenig später parierte der Gladbacher Torhüter einen Kopfball des völlig freistehenden Simunic (39.), während seine Vorderleute vergeblich eine Abseitsstellung des Kroaten reklamierten. Im Nachsetzen traf Ivica Olic die Latte.

In Unterzahl mussten die Schweizer dem Gegner zumeist das Heft des Handelns überlassen, in der Offensive lieferte die Elf des fast 71- jährigen Trainer-Seniors Otto Baric allerdings nur Stückwerk ab. Zwar bemühte sich der Ex-Frankfurter Ivica Mornar auf der rechten Seite um Druck, doch fand er in der Sturmmitte weder in Tomo Sokota noch Prso Abnehmer für seine Flanken.

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