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Kroatien bremst Titelverteidiger Frankreich

Leiria (dpa) - Kroatien hat die Überheblichkeit von Frankreichs Ballkünstlern mit einem 2:2 (0:1) bestraft und die vorzeitige Qualifikation des Titelverteidigers für das Viertelfinale der Fußball-EM verhindert.

Leiria (dpa) - Kroatien hat die Überheblichkeit von Frankreichs Ballkünstlern mit einem 2:2 (0:1) bestraft und die vorzeitige Qualifikation des Titelverteidigers für das Viertelfinale der Fußball-EM verhindert.

Nach einem Kraftakt im zweiten Durchgang trotzte der WM-Dritte von 1998 der «Equipe tricolore» ein Unentschieden ab und wahrte damit die eigene Chance auf das Weiterkommen. Durch einen Doppelschlag von Milan Rapaic (48./Foulelfmeter) und Dado Prso (52.) machten die Kroaten vor 30 000 Zuschauern im Estadio Magalhaes Pessoa den Rückstand wett, für den Igor Tudor (22.) gesorgt hatte, der einen Freistoß von Zinedine Zidane ins eigene Tor abfälschte. David Trezeguet (64.) sicherte den erneut am Rande einer Niederlage stehenden Franzosen im zweiten Spiel der Gruppe B wenigstens noch einen Zähler.

Trotz einer enttäuschenden Leistung gewann das unter Zugzwang geratene englische Team ihr erstes Gruppen-Endspiel gegen die Schweiz mit 3:0 (1:0) und kann wieder auf ein Happy-End bei dieser Fußball- Europameisterschaft hoffen. Teenager Wayne Rooney hat England wieder auf Viertelfinal-Kurs gebracht und den Frust aus dem Frankreich-Spiel vertrieben. Als jüngster Endrunden-Torschütze schrieb Rooney EM-Geschichte. Der 18 Jahre und 237 Tage alte Angreifer des FC Everton köpfte die Engländer vor 30 216 Zuschauern im Glutofen des ausverkauften Estadio Cidade von Coimbra mit seinem Treffer in der 23. Minute in Führung und legte in der 75. Minute mit seinem bereits achten Länderspiel-Tor im 13. Einsatz noch nach. Steven Gerrard (82.) besorgte den Rest.

Nach dem Führungstor ruhten sich die Franzosen auf ihren Lorbeeren aus und taten nur noch das Nötigste, um den zunächst harmlosen Gegner in Schach zu halten. Erst in der Schlussphase drehte der Favorit noch einmal auf und war dem Siegtor mehrfach nahe. In seinem abschließenden Spiel gegen die Schweiz reicht dem Team von Trainer Jacques Santini trotz des überraschenden Punktverlustes bereits ein Unentschieden, um das erste Etappenziel auf dem Weg zur Titelverteidigung zu erreichen. Kroatien muss nach der zweiten Punkteteilung gegen England unbedingt gewinnen, um weiterzukommen.

Vier Tage nach seinem Doppelschlag zum 2:1 gegen England war Zidane von den Kroaten oft nur mit unsauberen Mitteln zu stoppen. Obwohl sich vor allem der Berliner Niko Kovac redlich bemühte, die Kreise des zweifachen Weltfußballers einzuengen, war der 31-Jährige von Real Madrid einmal mehr Dreh- und Angelpunkt des französischen Spiels und entzückte die Fans mit technischen Kabinettstückchen. Szenenapplaus erhielt Zidane drei Minuten vor der Halbzeit, als er einen Eckball von Thierry Henry spektakulär mit der Hacke auf William Gallas weiter leitete. Der Abwehrspieler des FC Chelsea vergab per Kopf kläglich.

Während «Zizou» am Führungstor mit einem seiner angeschnittenen Freistöße entscheidend beteiligt war, blieben die anderen Asse der Franzosen blass. Auch die Kroaten boten im zweiten Turnierspiel 45 Minuten lang eine enttäuschende Vorstellung, wurden dann aber durch die Nachlässigkeit des Favoriten aufgebaut und zeigten plötzlich ihre Qualität im Abschluss. Dabei musste Ivan Klasnic von Double-Gewinner Werder Bremen erneut tatenlos zusehen. Der in der Heimat scharf angegriffene Trainer Otto Baric vertraute erneut dem gegen die Schweiz schwachen Sturm-Duo Prso und Tomo Sokota.

Drei Minuten nach Wiederbeginn brachte ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Kim Milton Nielsen die Balkan-Elf ins Spiel zurück. Der Däne ahndete einen Schubser von Mikael Silvestre an Giovani Rosso mit Strafstoß, den Rapaic sicher verwandelte. Danach witterten die Kroaten endgültig Morgenluft. Nach einem Fehler des 35-jährigen Marcel Desailly, der für den Münchner Bixente Lizarazu in den Deckungsverband gerückt war, unterstrich Prso erstmals bei der EURO seine Torgefährlichkeit und jagte den Ball unhaltbar für Barthez unter die Latte des französischen Tores. Doch der Top-Favorit schlug noch einmal zurück. Ausgangspunkt war erneut ein Fehler von Pechvogel Tudor, dessen Rückpass auf Schlussmann Tomislav Butina Trezeguet erlief und zum Ausgleich im Tor unterbrachte.

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