Krombacher Zamanduridis startet für Griechenland
Olympia-Debüt als Matten-Opa

Mit 38 Jahren erlebt der klassische Ringkämpfer Jannis Zamanduridis aus Krombach sein olympisches Debüt. Dabei darf er sich druchaus Chancen auf eine Medaille ausrechnen.

HB ATHEN. Jannis Zamanduridis? Kaum zu glauben, aber wahr: Mit 38 Jahren erlebt der klassische Ringkämpfer aus Krombach am Dienstag in der Ano-Liossia-Halle von Athen sein olympisches Debüt. "Dass ich dabei bin, ist ganz sicher außergewöhnlich. In meinem Alter noch in der Elite mitzuringen, gleicht einem Wunder", sagte der "Matten-Opa", der keinesfalls chancenlos für Deutschland in den Wettkampf der 66- kg-Kategorie geht. "Das Starterfeld ist völlig ausgeglichen. Im Grunde kann jeder der 20 Kämpfer gewinnen", behauptete Bundestrainer Günter Reichelt.

Das Besondere an der Olympia-Premiere von Zamanduridis ist nicht allein sein "biblisches Ringkampf-Alter". Nicht weniger wundersam mutet an, wie sich der Vize-Weltmeister von 1990 und WM-Dritte von 1995 den Weg in die griechische Hauptstadt geebnet hat. Selbst wäre er auf den Gedanken, Athen 2004 in Angriff zu nehmen, "niemals gekommen". Nachdem er 1992 und 1996 vergeblich versucht hatte, sich für die Spiele zu qualifizieren, hatte er den Traum vom Olympia-Start "definitiv" abgehakt. Seine internationale Karriere galt als beendet.

Mit dem KSV Köllerbach rang er zwar weiter in der Bundesliga, aber ohne nach Höherem streben zu wollen. Das änderte sich schlagartig im Dezember 2002. "Der einzige, der sich für Olympia qualifizieren kann, bist du", konfrontierte ihn der Bundestrainer aus heiterem Himmel mit einer Idee, die Zamanduridis anfangs für völlig "abstrus und unrealistisch hielt". Einige Zeit ging ins Land, bis sich der Physiotherapeut mit dieser "verrückten Vorstellung" angefreundet hatte und sein Leben noch einmal auf den Kopf stellte. "Es klang reizvoll, bei Olympia starten zu können, wo ich meine Wurzeln habe", meinte der gebürtige Sachse griechischer Abstammung.

Sein Vater Elefterios fand als schwer verwundeter Kämpfer gegen das griechische Militärregime 1951 Aufnahme in der DDR. Er kam nach Karl-Marx-Stadt, wo auch Jannis 15 Jahre später geboren wurde. Seine Eltern leben noch immer im unbenannten Chemnitz. An den kommenden drei Tagen werden sie aber in Athen sein. Die unerwartete Olympia- Premiere ihres Sohnes, die er sich als WM-Siebter des Vorjahres gesichert hatte, wollen sie sich nicht entgegen lassen.

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