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Krones mit guter Auftragslage in schwachem dritten Quartal

Der Abfüll- und Verpackungsmaschinenhersteller Krones hat im dritten Quartal vor allem wegen des anhaltend hohen Preisdrucks und hoher Rohstoffkosten einen Umsatzrückgang verbucht. Die Auftragslage wurde aber verbessert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

dpa-afx NEUTRAUBLING. Der Abfüll- und Verpackungsmaschinenhersteller Krones hat im dritten Quartal vor allem wegen des anhaltend hohen Preisdrucks und hoher Rohstoffkosten einen Umsatzrückgang verbucht. Die Auftragslage wurde aber verbessert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank deutlich und verfehlte die Markterwartungen. Der Auftragseingang stieg in den ersten drei Quartalen um zwölf Prozent auf 1,2 Mrd. Euro, so dass Ende September das Orderaufkommen mit 703,9 Mill. Euro 13,2 Prozent über dem Vorjahreswert lag.

Dank dieser Entwicklung bestätigte Krones seinen Ausblick für das laufende Jahr, in dem es einen Umsatzanstieg von fünf bis zehn Prozent anpeilt. Der Markt reagierte nach Angaben der Analysten erleichtert auf die Bestätigung der Prognose und honorierte den "erfreulichen" Auftragseingang. Nachdem die Aktien in den letzten Tagen stark verloren hatten, stiegen sie nach Bekanntgabe der Zahlen im frühen Handel zeitweise an die MDax-Spitze . Der Kurssturz der vergangenen Tage werde laut Analysten nun wieder ausgeglichen. Die Krones-Aktie gewann bis 13.00 Uhr 2,69 Prozent auf 74,14 Euro. Der MDax stieg gleichzeitig um 0,70 Prozent auf 5 193,94 Punkte.

Im dritten Quartal verzeichnete Krones einen Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 340,2 Mill. Euro. Damit blieb Krones unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Anstieg auf 374,6 Mill. Euro gerechnet hatten. Vor allem bei Anlagenbauern spiegele ein einzelnes Quartal die Geschäftsentwicklung nicht angemessen wider, betonte das Unternehmen am Mittwoch in Neutraubling. Auch Analysten wiesen auf die branchenüblich starken Schwankungen hin.

Drittes Quartal

Das Ebit fiel um 33 Prozent auf 9,2 Mill. Euro. Hier hatten die Analysten mit einem Anstieg auf 18,3 Mill. Euro gerechnet. Beim Überschuss lag der Konzern mit 11,7 Mill. Euro knapp über dem Vorjahreswert von 11,5 Mill. Euro und im Rahmen der Analystenschätzungen, die 11,8 Mill. Euro erwartet hatten. Der Überschuss habe von einer Steuergutschrift von 1,9 Mill. Euro profitiert, betonte Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) in einer Analyse.

In den ersten neun Monaten konnte das Unternehmen Umsatz und Gewinn leicht steigern. Bei einem Umsatz von 1,115 Mrd. (+4,8%) lag das Ebit mit 67,9 Mill. Euro um 0,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Überschuss kletterte um 1,7 Prozent auf 46,7 Mill. Euro.

Grossauftrag Verschoben

Unterschiedliche Faktoren seien für das nach Krones-Angaben "unterproportionale" dritte Quartal verantwortlich. Neben dem anhaltenden Preisdruck und den hohen Rohstoffkosten habe sich ein Großauftrag einer Brauerei verschoben. "Wir rechnen nun im vierten Quartal damit", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Auf den Gewinn hätten auch die hohen Arbeitskosten gedrückt. Krones verhandelt mit den Arbeitnehmervertretern über eine 40-Stunden-Woche, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die Standorte zu stärken oder sogar noch auszubauen. "Es sieht gut aus", sagte der Sprecher zum Stand der Verhandlungen.

Vor allem dank eines hohen Bestelleingangs in den ersten neun Monaten und einer "Höchstmarke" beim Auftragsbestand halte das Unternehmen aber an seiner Prognose für das laufende Jahr fest, hieß es. Krones peilt 2004 einen Umsatzzuwachs von fünf bis zehn Prozent (2003: 1,44 Mrd Euro) und einen gegenüber dem Vorjahr verbesserten Jahresüberschuss (2003: 60,4 Mill. Euro) an. Der gute Auftragsbestand lasse auch für das kommende Jahr ein weiteres Wachstum erwarten, betonte das Unternehmen. 2005 will Krones zudem mit einer Reihe von Maßnahmen die Produktivität weiter steigern, die Prozesse verbessern und die Kosten senken.

Analyst Roland Könen vom Bankhaus Lampe bezeichnete den Auftragseingang als "erfreulich". Die großen Wettbewerber hätten in den letzten Monaten hier kaum Steigerungen zu verzeichnen gehabt. Trotz des starken Preisdrucks bewege sich Krones weiterhin auf "gutem Wachstumspfad". Auch die Experten der HVB rechnen für 2005 mit einer deutlich stärkeren Gewinndynamik.

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