Krtitik an interner Untersuchung des Königshauses
Die britische Presse is not amused

Das britische Königshaus hat die Öffentlichkeit mit der Ankündigung, die jüngsten Skandale intern untersuchen zu lassen, nicht überzeugen können. Die Presse bewertete es am Mittwoch durchgängig als völlig unangemessen, dass Prinz Charles (53) ausgerechnet seinen eigenen Privatsekretär Sir Michael Peat (53) mit der Überprüfung beauftragt hatte.

HB/dpa LONDON. Ähnlich äußerten sich britische Politiker. Peat weckte zusätzliche Zweifel an seiner Eignung, indem er die Königsfamilie vehement gegen alle Vorwürfe verteidigte, die er eigentlich erst noch untersuchen will.

So nahm er Königin Elizabeth II. (76) gegen den Vorwurf in Schutz, sie habe den Prozess gegen den ehemaligen Butler von Prinzessin Diana, Paul Burrell (44), gestoppt, um unangenehme Aussagen zu verhindern. Solche Verschwörungstheorien seien "leicht absurd", sagte Peat. Die Queen will er in seiner ganzen Untersuchung erst gar nicht befragen. "Es wird kein Treffen zwischen der Queen und Sir Michael geben, weil er schon weiß, was die Queen gesagt und getan hat", teilte der Buckingham-Palast mit.

Peat bestritt auch, dass der Vergewaltigungsvorwurf gegen einen der engsten Mitarbeiter von Prinz Charles zunächst vertuscht worden sei. Nach seinen Erkenntnissen sei "alles ordnungsgemäß gelaufen". Zu dem Vorwurf, Charles' Diener Michael Fawcett habe Geschenke verkauft, die Charles bei Auslandsbesuchen bekommen habe, und einen Teil des Gewinns eingestrichen, sagte Peat: "Dafür haben wir absolut keine Beweise." Das Ganze sei "sehr unwahrscheinlich, weil der Prinz Michael Fawcett ein Gehalt zahlt". Charles sei ein "äußerst mitfühlender Mensch". Die Leute sollten ihm lieber dankbar dafür sein, dass er so viel für ihr Land tue, anstatt "grässliche Geschichten" über ihn in der Zeitung nachzulesen.

Der Labour-Abgeordnete David Winnick sagte: "Es wäre besser gewesen, wenn es eine unabhängige Untersuchung gegeben hätte." Dennis Skinner, ein anderer Labour-Parlamentarier, gab zu bedenken: "Sir Michael Peat arbeitet für den Palast, er wird bezahlt vom Palast, und er ist vom Palast geadelt worden." Da sei es wohl klar, dass er der Königsfamilie keine Schwierigkeiten machen werde.

Die britische Presse reagierte mit Hohn und Spott darauf, dass sich die Royals von einem ihrer eigenen Angestellten überprüfen lassen wollen. Damit hätten sie alles noch schlimmer gemacht, schrieb die "Times". Die "Financial Times" kommentierte: "Es ist deutlich, dass das Haus Windsor noch immer weit davon entfernt ist, die Notwendigkeit größerer Offenheit im Großbritannien des 21. Jahrhunderts zu erkennen."

Die "Sun" verglich die Monarchie mit einem vom Bankrott bedrohten Unternehmen. Die Zeitung berichtete auch, dass Charles seinen umstrittenen Mitarbeiter Michael Fawcett bisher für unverzichtbar gehalten habe. Ein "Insider" aus Charles' Palast wurde mit den Worten zitiert: "Michael war der Einzige, der wusste, wie man zu Charles' Zufriedenheit die Zahnpasta auf seine Zahnbürste schmieren musste."

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