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KSC-Sponsor: „Keine Zukunft mit Herrn Fanz“

Der Hauptsponsor des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC, die Energie Baden-Württemberg AG (ENBW), hat im Streit um die Verpflichtung von Trainer Reinhold Fanz den Druck verstärkt und seine finanzielle Unterstützung in Frage gestellt.

dpa KARLSRUHE. Der Hauptsponsor des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC, die Energie Baden-Württemberg AG (ENBW), hat im Streit um die Verpflichtung von Trainer Reinhold Fanz den Druck verstärkt und seine finanzielle Unterstützung in Frage gestellt.

"Insbesondere ist es für den Vorstand der ENBW nicht vorstellbar, einem Verein ein dauerhaftes Sponsoring zu gewähren, der einen Trainer beschäftigt, welcher sich in der Vergangenheit herabsetzend oder beleidigend über den heutigen Vorstandsvorsitzenden der ENBW geäußert hat", teilte der Konzernvorstand des Karlsruher Energieunternehmens mit.

Fanz hatte ENBW-Chef Utz Claassen früher einmal nach ihrer gemeinsamen Zeit bei Hannover 96 jeglichen Fußball-Sachverstand abgesprochen. Dieser ließ Fanz daraufhin die Äußerung per Gerichtsbeschluss untersagen. Claassens Sprecher Hermann Schierwater sagte der "Neuen Presse" in Hannover: "Es wird keine Zukunft mit Herrn Fanz geben. Bleibt Herr Fanz Trainer, werden wir keinen Tag länger, als wir vertraglich verpflichtet sind, den KSC unterstützen." Das sei "keine Liebesbeziehung mehr, sondern eine sklavische".

Claassen selbst, der momentan im Urlaub ist, sagte der Zeitung: "Kein Unternehmen auf der Welt würde mit einem Führungspersonal zusammen arbeiten, das sich so unflätig über den Vorstandschef geäußert hat. Das empfinde ich als eine Provokation des Vereins."

Nach Angaben des KSC-Sprechers Jörg Bock läuft der Vertrag des Vereins mit der ENBW bis 30. Juni 2007. Der Energieversorger soll pro Saison etwa 800 000 Euro an den hoch verschuldeten Tabellenvorletzten überweisen. Die ENBW hatte Fanz kurz nach dessen Vorstellung "das sportliche und persönliche Format" abgesprochen, den KSC "nach vorne oder gar in die erste Liga zu bringen". Später hieß es aus der Konzernzentrale, man habe erwartet, dass der Verein "den besten Mann holen würde, nicht möglicherweise den besten Freund des Sportdirektors aus alten Tagen".

Die KSC-Führung hat dem 50 Jahre alten Trainer dagegen den Rücken gestärkt. "Menschlich und sportlich ist Reinhold Fanz der richtige Mann für uns", sagte Präsident Hubert Raase. Fanz, der als Amateur-Trainer des VfB Stuttgart am 18. Juni entlassen worden war, hat bei den Badenern einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben, der sich im Falle des Klassenverbleibs um ein Jahr verlängert.

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