Kubaner setzen sich im olympischen Baseball-Turnier durch
Gold für Fidel Castro

Mit Castros Fahne tanzten sie durch das Flutlicht und widmeten ihren Olympiasieg dem Staatschef aus Kuba. "Das Gold haben wir für die Familie, für die Freunde, für das ganze Land und für Castro gewonnen", sagte Carlos Tabares.

HB ATHEN. Kurz vor Schluss hatte der kleine Spieler im Baseball-Finale gegen Australien mit einer artistischen Glanzleistung den Ball eingefangen und den dritten Triumph für das Team von der Zuckerrohrinsel seit der Aufnahme der Sportart ins Olympia-Programm im Jahr 1992 festgehalten. Doch trotz des 6:2-Erfolges gegen das Überraschungsteam aus Australien war Kubas Held in der Nacht zum Donnerstag nicht ganz glücklich: "Wir wollten die USA in Athen besiegen, aber leider haben sie es nicht bis hierher geschafft."

Vor vier Jahren in Sydney schlug das ohne die Stars aus der Profiliga angetretenen US-Team die Kubaner, doch vor Athen scheiterten die ebenfalls schwach besetzten Amerikaner in der Qualifikation an Puerto Rico. Während etwa die US-Korbjäger mit ihrem 1992 in Barcelona erstmals zusammengestellten Dreamteam für einen weltweiten Basketball-Boom sorgten, zeigt die nordamerikanische Major League Baseball (MLB) der Jugend der Welt weiter die kalte Schulter. Der MLB-Spielbetrieb läuft bis Oktober ganz normal weiter.

Genau das könnte das Olympia-Aus der Sportart, die Snoopy und Charlie Brown in Deutschland populär gemacht haben, besiegeln. Bis 2008 gibt es zwar eine Bestandsgarantie, doch schon bei der nächsten IOC-Vollversammlung in Singapur könnte Baseball - und auch Softball - schon wieder verbannt werden. IOC-Chef Jacques Rogge will nur die Besten bei Olympia dabei haben. Neben den Medaillengewinnern Kuba, Australien und Japan nahmen noch Kanada, Taiwan, Niederlande, Griechenland und Italien am Olympia-Turnier teil.

In Kuba ist das Spiel Religion. "Baseball ist eine sehr populäre Sportart und die Goldmedaille ist sehr wichtig für uns", sagte Pitcher Adiel Palma. "Baseball ist unser Nationalsport", ergänzte sein Mitspieler Frerich Cepeda. Fidel Castro fördert seine Helden, doch im Laufe der Zeit habe viele Aktive in den USA ihr Glück gesucht. 44 Kubaner spielen noch oder haben in der MLB gespielt. Nur zu gerne würde Castros Team bei Olympia einmal gegen ein US-Profiteam antreten.

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