Künast läßt Import-Tiere aus Großbritannien schlachten
Hessischer Schlachthof wegen britischer Schafe gesperrt

Tiermediziner schätzen das Risiko jedoch als gering ein, dass die aus Großbritannien importierten Schafe die Maul- und Klauenseuche nach Deutschland eingeschleppt hätten.

ap WIESBADEN. Zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche ist ein hessischer Schlachthof gesperrt worden. Wie das Wiesbadener Sozialministerium am Donnerstag mitteilte, werden in dem Betrieb Schafe gehalten, die aus einem von der Seuche betroffenen Hof in Großbritannien stammen. Dies sei bei Kontrollen am Mittwochabend festgestellt worden.

Nach Angaben des Ministeriums wurden die insgesamt 345 Schafe bis Mitte Februar, also vor Ausbruch der Seuche in Großbritannien, nach Hessen gebracht. Die Tiere seien in Deutschland teilweise geschlachtet und verwertet worden. Soweit von den geschlachteten Tieren noch Produkte wie beispielsweise Schaffelle vorhanden gewesen seien, seien diese unschädlich beseitigt worden.

Bei den Schafen, die noch nicht geschlachtet worden seien, hätten Fachleute Blutproben genommen, die derzeit von der Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen der Tiere untersucht würden.

Wie Ministeriumssprecherin Gabriele Webersinn weiter berichtete, wird das Ergebnis der Untersuchung voraussichtlich erst Anfang nächster Woche vorliegen. Bei einem positiven Befund müssten alle Tiere getötet und die Kadaver vernichtet werden. Tiermediziner schätzten allerdings das Risiko als gering ein, dass die Schafe die Maul- und Klauenseuche nach Deutschland eingeschleppt hätten. Der gesperrte Betrieb sei mehrfach desinfiziert worden. Künast ordnet Tötung von Import-Tieren an

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hat die Schutzmaßnahmen gegen die drohende Maul- und Klauenseuche (MKS) ausgeweitet. Die Ministerin werde in Kürze eine Dringlichkeitsverordnung zur Tötung aller in den vergangenen vier Wochen aus Großbritannien importierten Schafe, Ziegen, Hirsche und Rehe erlassen. Das teilte Künasts Sprecherin Sigrun Neuwerth am Donnerstag mit. Ausgenommen sind Schweine, da bei diesen Tieren die Infektion sehr schnell optisch an der Blasenbildung am Rüssel erkennbar ist.

Der Verordnung zufolge müssen Tiere, die zwischen dem 1. und 21. Februar aus dem Vereinigten Königreich importiert wurden, getötet werden - unabhängig davon, ob aus Seuchengebieten stammen oder nicht. Künast setzt damit einen entsprechenden Beschluss des ständigen Veterinärausschusses der Europäischen Union von Dienstag um. Die Verordnung sei bis zum 9. März gültig.

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