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Künast stoppt vorerst Zulassung von Gen-Mais

Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat die geplante Zulassung von Gen-Mais zum kommerziellen Anbau in Deutschland vorerst gestoppt.

Reuters BERLIN. Künast und das für die Genehmigung zuständige Bundessortenamt hätten sich darauf verständigt, dass zunächst weitere sachliche Prüfungen notwendig seien, teilte eine Sprecherin Künasts am Dienstag auf Anfrage mit. Über die Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte Artuis werde daher nicht mehr in dieser Woche entschieden. Das Bundessortenamt wollte ursprünglich am Donnerstag über die Zulassung beraten. Artuis wäre die erste Gentech-Pflanze, die frei verkauft und angebaut werden könnte.

Künasts Sprecherin kündigte zudem weitere Gespräche mit dem Saatgutproduzenten KWS Saat AG in Einbeck an, von der die Maissorte Artuis vertrieben wird. Dabei wolle man erreichen, dass die KWS den Futtermais im Wesentlichen nur zu Forschungszwecken anbaue, sagte die Sprecherin.

Resistente Maissorte

Die Maissorte war mit Hilfe der Gentechnik resistent gemacht worden gegen ein bestimmtes Unkrautvernichtungsmittel. Dadurch könnte ein Bauer sein Maisfeld mit diesem Herbizid spritzen, ohne dem Mais zu schaden. Vernichtet würden alle anderen, nicht resistenten Pflanzen. Zur Silage vergoren würde der Mais dann beispielsweise an Rinder verfüttert. Auch bei einer Zulassung würde Artuis in diesem Jahr wohl nicht mehr großflächig angebaut, da die Aussaat von Mais bereits beendet ist.

Künast hatte sich seit ihrem Amtsantritt im Januar vehement gegen Gentechnik in Futtermitteln eingesetzt. Bisher gibt es in Deutschland Zulassungen zu Forschungszwecken, nicht aber zum Verkauf an die Bauern und damit zum großflächigen Anbau.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte im vorigen Sommer Verhandlungen mit der Industrie über ein dreijähriges Moratorium beim Anbau von Gentech-Pflanzen angestoßen. Im Januar brach die Regierung die Verhandlungen aber mit der Begründung ab, dass die Verbraucher durch die Rinderseuche BSE verunsichert seien. Es sei zu überlegen, ob und wie sich eine gemeinsame Initiative zur so genannten Grünen Gentechnik in eine verbraucherorientierte Neuausrichtung der Agrarpolitik einfügen ließe.

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