Kündigungen für Mitarbeiter völlig überraschend: Ec4ec streicht Belegschaft zusammen

Kündigungen für Mitarbeiter völlig überraschend
Ec4ec streicht Belegschaft zusammen

Die Düsseldorfer Ec4ec GmbH, ein Internet-Marktplatz für den Maschinenbau, hat völlig überraschend 14 von 30 Mitarbeitern entlassen, nach Handelsblatt-Informationen mussten auch vier von fünf Geschäftsführern gehen. Die Firma begründete die Kündigungen mit der "schwachen allgemeinen Marktsituation".

DÜSSELDORF. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Startups zu sichern, würden "die vorhandenen Einsparmöglichkeiten genutzt", erklärte Wolfgang Freund, Berater des Ec4ec-Aufsichtsrates, am Donnerstagabend gegenüber dem Handelsblatt.

Ec4ec ("E-Commerce for Engineered Components") war eines der profiliertesten E-Business-Projekte der deutschen Industrie: Die drei Maschinenbau-Unternehmen Babcock Borsig, MG Technologies und VA Tech haben das Startup im Dezember 2000 gemeinsam mit dem Software-Konzern SAP und der Deutschen Bank gegründet. Jedes der fünf Unternehmen investierte damals 5 Mill. Euro in das Startup.

Um langfristig das Überleben zu sichern, sucht das Unternehmen - bislang erfolglos - nach weiteren Investoren. Aber auch ohne neue Geldgeber sei der Fortbestand von Ec4ec "für eine Weile" gesichert, sagte Freund.

Von Anfang an wollte Ec4ec kein reiner Einkaufsmarktplatz für die Maschinenbau-Industrie sein, sondern verstand sich als "webbasiertes Engineering-Tool, das die komplette Ingenieursarbeit unterstützt", sagte Geschäftsführer Christian Schäfer im Juni dem Handelsblatt. Maschinenbauer und ihre Zulieferer wollten über die Plattform ohne Papier gemeinsam Komponenten entwickeln.

Die Kündigungen kamen für die Mitarbeiter vollkommen überraschend, schließlich hat Ec4ec nach eigenen Angaben seinen Businessplan bislang erfüllt. "Wir haben das erste Jahr gut gemeistert, die gesteckten Ziele erreicht und sind nicht dem allgemeinen Dotcom-Sterben zum Opfer gefallen", sagte der inzwischen gekündigte Geschäftsführer Axel Wullenkord noch im Dezember dem Handelsblatt. Den für 2001 angestrebten Umsatz habe Ec4ec bereits im Oktober erreicht, die Nutzerzahlen seien "auf den Punkt getroffen worden". Jetzt wendete sich plötzlich das Blatt. Die Entlassungen seien damit begründet worden, dass der Aufsichtsrat nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Firma zufrieden sei, verlautete aus informierten Kreisen.

Am Mittwoch sei auf einer Betriebsversammlung bekannt gegeben worden, Ec4ec werde künftig nur noch eine "Kommunikationsplattform für die drei Gesellschafter" sein. Dies wurde vom Unternehmen dementiert: "Am Konzept ändert sich nichts", sagte Freund.

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