Kündigungsschutzklage zurückgeweisen
Urteil: Drohen mit Krankschreibung ist "absoluter Vertrauensbruch" und rechtfertigt fristlose Kündigung

Frankfurt/Main (dpa) - Die Drohung, sich krankschreiben zu lassen, rechtfertigt eine fristlose Entlassung des Arbeitnehmers. Dies gilt nach Ansicht des Arbeitsgerichts Frankfurt/Main auch dann, wenn der Arbeitnehmer zuvor von seinen Vorgesetzten ungerecht behandelt wurde. Mit diesem am Montag bekannt gewordenen Urteil wiesen die Richter die Kündigungsschutzklage eines Arbeiters gegen ein Gepäckabfertigungs- Unternehmen am Frankfurter Flughafen zurück (Az.: 7 Ca 8685/99).

Der Mann war nach einem Streit mit einem Kollegen an einen anderen Arbeitsplatz versetzt worden. Er fühlte sich dabei ungerecht behandelt und weigerte sich, die Arbeit aufzunehmen. Wenn er dort arbeiten müsse, werde er vorher zu einem Arzt gehen und sich krankschreiben lassen. Anzeichen für eine tatsächliche Erkrankung konnte der Arbeitnehmer allerdings nicht nachweisen. Das Unternehmen reagierte auf die Drohung mit der fristlosen Kündigung.

Laut Urteil kommt es nicht auf das vorausgegangene Verhalten des Kollegen und der Vorgesetzten an. Die Drohung sich krankschreiben zu lassen, sei in jedem Fall als ein «absoluter Vertrauensbruch» zu werten, der mit fristloser Kündigung sanktioniert werden dürfe. Fühle sich ein Arbeitnehmer an von Vorgesetzten oder Kollegen ungerecht behandelt, müsse er zur Klärung andere Maßnahmen ergreifen, argumentierte das Gericht. Dafür sei beispielsweise der Betriebsrat zuständig.

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