Künftig aus via Internet
Preise für Videokonferenzsysteme sinken

Irgendwann reicht es einfach. Die vielen Stunden am Flughafen, der Jetlag und die ungeöffnete Post bei der Rückkehr ins Büro. Wer ständig zu Meetings um den Globus fliegt, sucht irgendwann nach Alternativen.
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DÜSSELDORF. Die Lösung heißt Videokonferenz. Terrorfurcht und knappe Reisebudgets heizen das Interesse an der virtuellen Kommunikation an.

"Mit Wachstumsraten von jährlich rund 30 Prozent ist der Markt in einem spannenden Stadiumâ??, sagt Gry Holte, Regionaldirektorin des norwegischen Geräteherstellers Tandberg. Bisher gehörte die Videokonferenz nur in den Führungsetagen von multinationalen Konzernen zum Tagesgeschäft. Das soll jetzt anders werden. "Inzwischenâ??, so Hermann-Josef Schanz von Sony Deutschland, "sind die Preise auch für Mittelständler interessant geworden."

Glänzende Zukunft.
Gleichzeitig hat sich die Qualität von Bild und Ton extrem verbessert. Für die Bedienung der Geräte ist längst kein besonders geschultes Personal mehr nötig. Schanz: "Das ist so einfach wie Telefonieren." Experten prophezeien der Videokommunikation eine glänzende Zukunft. Nach Prognosen der Marktforschungsgesellschaft Frost & Sullivan soll der Markt für Endgeräte in Europa in den kommenden fünf Jahren von derzeit 176 auf 519 Millionen Dollar steigen.

Dominiert wird der Markt vom US-Anbieter Polycom, der nach der Übernahme von PictureTel den Weltmarkt zu mehr als 60 Prozent beherrscht. Die Nummer zwei ist Tandberg mit zuletzt knapp 20 Prozent Marktanteil, an dritter Stelle folgt Sony mit knapp 10 Prozent.

Paketlösungen für den PC sind mit Anschaffungskosten von rund 1000 Euro die billigste Lösung um einzelne Arbeitsplätze per Videokonferenz zu verbinden. Ihr Vorteil: Zwei weit voneinander entfernte Mitarbeiter können jederzeit gleichzeitig an ein und demselben Dokument arbeiten. Für echte Meetings mit mehreren Teilnehmern benötigt man allerdings mindestens ein Settop-System. Die mobilen Kompaktgeräte mit integrierter Kamera und Mikrofon sind ab 5000 Euro zu haben. Sie werden einfach auf den Fernseher gestellt und in die Videobuchse und den ISDN-Anschluss gestöpselt. Theoretisch kann der Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbauers mit so einem Gerät unter dem Arm zum Abendessen zu Hause sein, um nach der Tagesschau noch mit seinen Geschäftspartnern in Kalifornien zu konferieren.

Für größere Versammlungen und Präsentationen sind komplette Raumsysteme geeignet. Auch diese mit mindestens 15000 Euro relativ teuren Systeme amortisieren sich schnell, wenn neben den reinen Reisekosten auch Effizienzgewinne und Abwesenheitszeiten in die Kalkulation einbezogen werden.

Geringe Bandbreiten.
Noch laufen Videokonferenzen vor allem via ISDN-Verbindung. Die große Zukunft sehen Marktforscher allerdings in der Video-kommunikation via IP (Internetprotokoll) im firmeneigenen Intranet. Für den Endverbraucher spielt der Übertragungsweg jedoch kaum eine Rolle: Neue Geräte haben ohnehin Anschlüsse für ISDN und IP. Allerdings wird es auch in Zukunft nicht genügen, jeden Firmen-PC mit einer preiswerten Webcam auszurüsten, warnen Experten. Das Internet bietet einfach zu geringe Bandbreiten für den professionellen Einsatz. Schanz: "Das reicht höchstens um Omi in Florida ein paar Grüße zu schicken."

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