Künftig nur fünf Mitglieder – Kühn wird neuer Finanzchef, Pott Arbeitsdirektor
Bayer streicht zwei Vorstandsposten

Der künftige Bayer-Chef Werner Wenning drückt beim Umbau des Konzerns aufs Tempo: Er verkleinert den Holding-Vorstand von sieben auf fünf Mitglieder und unterstreicht damit die geplante Eigenständigkeit der Töchter. Bayer wird zudem die Dividende kürzen - allerdings etwas geringer als erwartet.

bef DÜSSELDORF. Die Leverkusener Bayer AG hat im Zuge ihres Umbaus zu einer Management-Holding nun auch die personellen Konsequenzen gezogen. Zum 1. Mai soll der Vorstand des Konzerns von sieben auf fünf Mitglieder verkleinert werden. Einer entsprechenden Vorlage von Noch-Vorstandschef Manfred Schneider und seinem Nachfolger Werner Wenning stimmte gestern der Aufsichtsrat zu.

Im Bayer-Vorstand wird es keine Zuordnung der Arbeitsgebiete mehr geben. Die operative Führung im Gesundheits-, Landwirtschafts-, Polymer- und Chemiegeschäft lag zwar immer schon bei den Sparten, doch will Wenning deren geplante Eigenständigkeit durch das Abspecken des Vorstands unterstreichen.

Analysten zeigten sich wenig überrascht. "Die Verkleinerung ist mit Blick auf die neue Strategie logisch und nachvollziehbar", sagte Martin Rödiger von der DZ Bank. Bayer plant die Schaffung von vier selbstständigen Aktiengesellschaften unter dem Holding-Dach. Ab 1. Juli soll der Konzern bereits in der neuen Organisation arbeiten.

Die künftigen Grundsatzentscheidungen will Wenning, der Ende April Vorstandschef wird, weitgehend mit neuen Managern treffen. Der Vorstand soll neben ihm aus dem neuen Finanzchef Klaus Kühn, dem neuen Arbeitsdirektor Richard Pott und den bisherigen Vorstandmitgliedern Werner Spinner und Udo Oels bestehen.

Kühn, 50, ist seit 1998 bei Bayer und leitet den Konzernbereich Finanzen. Zuvor war er in gleicher Position bei der Schering AG tätig. Der 48-jährige Pott ist bei Bayer groß geworden, leitete die strategische Planung und die Konzernplanung. Zuletzt verantwortete er den Chemiebereich Spezialprodukte. Er wird im neuen Vorstand für Strategie und Personal verantwortlich sein.

Gottfried Zaby, 51, für das Chemiegeschäft zuständig, verlässt Bayer. Nach Informationen aus Firmenkreisen war er mit den Personalveränderungen nicht einverstanden. Dies scheint bei den scheidenden Vorstandsmitgliedern Frank Morich und Attila Molnar anders zu sein: Morich, 48, geht als Vorstandschef zur neuen Bayer Healthcare. Auch die Chefs der anderen Töchter hat Bayer bestimmt (siehe Graphik). Molnar, 53, leitet künftig die Bayer Corp. in den USA.

Als Reaktion auf das äußerst schwache Jahr 2001 hat der Bayer - Aufsichtsrat einer Kürzung der Dividende von 1,40 Euro auf 0,90 Euro pro Aktie zugestimmt. Analysten hatten mit einer etwas stärkeren Senkung gerechnet. "Wir setzen auf Dividenden-Kontinuität, da wir schon im laufenden Jahr eine erhebliche Verbesserung der Ergebnisse erwarten", sagte Schneider.

Der Konzern wird am kommenden Mittwoch Zahlen für 2001 vorlegen. Bayer war im vorigen Jahr schwer getroffen von der Rücknahme des Cholsterinsenkers Lipobay, von Produktionsproblemen beim Blutgerinnungsmittel Kogenate und vom Konjunkturrückgang. Vom Handelsblatt befragte Analysten rechnen mit einem Einbruch beim Nettogewinn um etwa 55 % auf 830 Mill. Euro. Der Gewinn vor Steuern und Finanzergebnis (Ebit) liegt den Schätzungen zufolge bei 1,7 Mrd. Euro nach 3,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Im vierten Quartal hat Bayer nach Berechnung der Credit Suisse First Boston netto praktisch nichts verdient, andere Analysten erwarten sogar einen Verlust.

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