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Künftiger Babcock-Chef will im Konzern aufräumen

Der künftige Vorstandschef des angeschlagenen Maschinenbau-Konzerns Babcock Borsig will bei seinem Amtsantritt im Konzern aufräumen.

dpa OBERHAUSEN/DANZIG. "Sie können sicher sein, dass in dem Unternehmen einiges zurechtgerückt wird", sagte Jochen Melchior, der derzeit noch den Kraftwerksbetreiber Steag (Essen) führt, am Freitag in Danzig. Bis Anfang kommender Woche erwartet Melchior eine Entscheidung über einen Bankkredit in Höhe von 200 Mill. ? zur Fortführung der Geschäfte.

Die Verhandlungen der Banken waren nach dpa-Informationen bis zum Wochenende noch nicht zu einem Ergebnis gekommen. Hintergrund sind offenbar Bedenken einiger Gläubigerbanken, die das Sanierungskonzept als nicht ausreichend ansehen. Die Banken verlangen auch von den Anteilseignern mehr Einsatz. Das "Handelsblatt" berichtete am Freitag unter Berufung auf Verhandlungskreise, der Konzern solle in die Insolvenz geschickt werden.

Derzeit wird aus Bankenkreisen ein Geldbedarf bei Babcock von 600 Mill. ? errechnet. Die Rechnung beinhalte eine Kapitalerhöhung um 150 Mill. ?, um operative Verluste auszugleichen. Mit dem Rest sollen die Tagesgeschäfte gedeckt werden: Am 3. Juli müssen die Junigehälter in Höhe von 50 Mill. ? gezahlt werden.

Die Anteilseigner Preussag (Hannover) und WestLB (Düsseldorf) haben inzwischen eine Beteiligung für die Sanierung zugesagt. WestLB - Sprecher Michael Wilde sagte am Freitag, die Bank sei bereit, an Lösungen auf Kapital- und Kreditseite mitzuwirken.

Steag-Chef Melchior forderte, ein insgesamt tragfähiges Konzept aufzustellen. "Wenn die Bedingungen für das Sanierungskonzept von allen Beteiligten erfüllt werden, dann bin ich auch weiter bereit, den Vorsitz zu übernehmen", sagte er.

Anfang kommender Woche will das Registergericht am Amtsgericht Oberhausen seine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Verkaufs von 25 % der HDW-Anteile bekannt geben. Das Gericht entscheide aber nur darüber, ob Ex-Chef Klaus Lederer die Hauptversammlung vor dem Verkauf habe befragen müssen. Ob der Verkauf auch rückgängig gemacht werden könne, werde nicht entschieden.

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