Künftiger DGB-Chef soll am Montag gewählt werden
Bündnis für Arbeit nur ohne Vorbedingungen

Trotz Kritik hält der künftige DGB-Vorsitzende Michael Sommer am Bündnis für Arbeit fest. "Ja, wir wollen das Bündnis", sagte er am Freitag.

dpa BERLIN. Ein neues Treffen noch vor der Bundestagswahl sei aber nur sinnvoll, wenn die Arbeitgeber keine Vorbedingungen stellten und das Gespräch in konkrete Ergebnisse münde. Sommer wollte sich noch am Freitag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zu einem Gespräch treffen. Zeit und Ort wurden nicht genannt.

Der 50-jährige Sommer soll bei dem am Montag in Berlin beginnenden DGB-Bundeskongress zum Nachfolger von DGB-Chef Dieter Schulte (62) gewählt werden, der nach acht Jahren nicht mehr antritt. Der Kongress ist das höchste Beschlussorgan des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Neben Bundespräsident Johannes Rau werden auch Schröder und der Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) bei der fünftägigen Versammlung vor den Delegierten sprechen.

Sommer bekräftigte, dass er als DGB-Chef die Meinungsführerschaft von den Arbeitgebern zurückerobern wolle. "Wir haben die Meinungsführerschaft in vielen Bereichen verloren." Die Arbeitgeber bestimmten das Meinungsklima. Der Dachverband DGB müsse dem als politischer Arm der Gewerkschaften entgegentreten und für ein neues "Klima der Reformpolitik" sorgen. Dabei sei der Posten als DGB-Chef das "gesellschaftspolitisch bedeutendste Amt in der deutschen Gewerkschaftsbewegung".

Sommer ist bisher stellvertretender Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Seine Wahl beim DGB-Kongress gilt als sicher. Neben Schröder hat Sommer bereits Stoiber getroffen. Es sei ganz normal, dass er sich als DGB-Chef mit den Repräsentanten der politischen Parteien treffe, begründete Sommer dies. Er warb erneut für eine Wiederwahl von Rot-Grün. Im Vergleich der Regierung Kohl und Schröder falle sein Urteil "eindeutig zu Gunsten" von Rot-Grün aus. Dagegen ging er auf Distanz zu den Liberalen: "Die FDP ist nicht meine Lieblingspartei."

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