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Künftiger Yahoo-Chef Semel setzt auf Markenaufbau

Der künftige Vorstands-Chef des US-Internet-Konzerns Yahoo, Terry Semel, sieht trotz gegenwärtiger Schwierigkeiten viele Möglichkeiten für seine künftige Firma. Es gebe eine ganze Reihe von Chancen, sagte Semel in einem Interview nach seiner Ernennung am Dienstag in Palo Alto.

Reuters PALO ALTO. "Was mich begeistert, ist die Idee, Yahoo zu erbauen." Terry Semel (57) sagte, er sei von seiner neuen Stelle begeistert, weil er sich hauptsächlich als Baumeister sehe. Wegen seiner beruflichen Herkunft brenne er auf Marketing und den Aufbau einer Marke. Zugleich werde auch Werbung für Yahoo wichtig bleiben.

Yahoo hatte Semel zum Nachfolger des am 07. März zurückgetretenen Vorstands-Chefs Tim Koogle ernannt. Semel soll sein Amt am 1. Mai antreten. Er hatte sich bei Warner Bros., der Filmtochter von Time Warner, vom Trainee zum Co-Chairman hochgearbeitet und zeichnete in dieser Position für alle Film-, Fernseh-, und Musikporduktionen verantwortlich. In diese Zeit fielen mehrere Kinokassenerfolge aber auch Flops wie Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut". Während Semel bei Time Warner in Führungspositionen arbeitete, stieg der Konzernumsatz von einer auf elf Milliarden Dollar. Außerdem arbeitete Semel am Aufbau der Warner-Website Entertaindom mit, die nach der Fusion mit AOL eingestellt wurde. Vor zwei Jahren schied er bei Time Warner aus und betätigte sich seitdem als Privatinvestor.

Analysten unsicher, ob Semel der richtige Mann ist

Analysten zeigten sich unsicher, ob Semel der richtige Mann zur Lösung der bei Yahoo anstehenden Herausforderungen sei. Auch sei fraglich, ob Semel frische Ideen in die Firma bringen könne. "Wir denken, vom Hintergrund her hätte jemand aus den Printbereich oder aus werbeorientierten Medien mit starken Beziehungen zur Werbung besser gepasst", sagte Merryll Lynch-Analyst Henry Blodget. Yahoo mache einen zerstreuten Eindruck, weil sich die Firma auf vielen Feldern engagiere, sagte der Internet-Analyst von CIBC Oppenheimer, John Corcoran. "Teil der Herausforderung wird sein, herauszufinden, wo Yahoo die meisten Anstrengungen unternehmen will."

Analysten sagten zudem, Yahoo müsse langfristig die Möglichkeit offen halten, sich von einer anderen Firma übernehmen zu lassen. Als Semel bei einer Telefonkonferenz gefragt wurde, ob Yahoo über einen solchen Schritt nachdenke, antwortete Firmen-Mitgründer Jerry Yang an seiner Stelle, dies komme nicht in Frage.

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