Künstler haben Vertrauen in Software
E-Music will mit Software Napster stoppen

Der Internet-Musikhändler E-Music will mit einer neuen Technologie verhindern, dass seine Musikstücke über die umstrittene Online-Musiktauschbörse Napster kostenlos vertrieben werden.

Reuters NEW YORK. Der Internet-Musikhändler E-Music will mit einer neuen Technologie verhindern, dass seine Musikstücke über die umstrittene Online-Musiktauschbörse Napster kostenlos vertrieben werden. Eine spezielle Software werde das Napster-Angebot künftig nach Liedern aus dem E-Music-Repertoire durchsuchen, sagte E-Music-Chef Gene Hoffman am Dienstag (Ortszeit) in New York. Mit einer automatisch verschickten E-Mail würden die Anbieter der entsprechenden Songs dann ultimativ aufgefordert, die Musikdatei zurückzuziehen. Auf der Website von Napster (www.napster.com) tauschen Fans Musikdateien aus, ohne etwas dafür zu bezahlen.

Wenn die Napster-Mitglieder die aufgespürten Songs nicht binnen 24 Stunden von der Tausch-Website entfernten, solle Napster aufgefordert werden, den Napster-Zugang für die entsprechenden Nutzer zu sperren. Napster lehnt eine Kooperation mit EMusic bisher allerdings ab. Die Methode sei nach einer ersten Prüfung in der vergangenen Woche technisch nicht durchführbar, sagte Napster-Chef Hank Barry. Allerdings habe E-Music nun eine etwas andere Technologie vorgeschlagen, so dass jetzt eine erneute Prüfung geplant sei.



Künstler haben Vertrauen in Software

E-Music-Chef Hoffman warf Napster vor, den Vorschlag nicht umsetzen zu wollen. Er räumte aber ein, der Einsatz der Such-Software sei nicht die "eleganteste" Lösung des Problems von Urheberrechtsverletzungen. Sein Unternehmen habe aber Künstler unter Vertrag, die dem Internet gegenüber aufgeschlossen seien und ihren Kunden vertrauten. Die neue Software gebe ihnen die Möglichkeit, auch weiterhin dieses Vertrauen zu haben.

Napster ist von den fünf größten Musikunternehmen weltweit wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verklagt worden. Die Unternehmen wollen eine Schließung der Tauschbörse erreichen. Der deutsche Konzern Bertelsmann war kürzlich aus der Reihe der Kläger ausgeschert und eine strategische Allianz mit Napster eingegangen. Danach will die Bertelsmann Music Group (BMG) die Klage gegen Napster zurückziehen, wenn Napster mit Hilfe der Bertelsmann eCommerce Group (BeCG) in ein kostenpflichtiges Angebot umgewandelt wird. Geklagt hatten auch die BMG-Konkurrenten Time Warner, Universal, Sony und EMI.

Napster war vor gut einem Jahr von dem jetzt 19-jährigen US-Amerikaner Shawn Fanning entwickelt worden und hat inzwischen fast 40 Mill. registrierte Nutzer. Auf der Website können Musikdateien getauscht werden, die durch das Komprimierungsprogramm MP3 auf relativ geringe Größe reduziert werden.

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