Künstler stellen einige der Urheberrechte in Frage
US-Musiker kritisieren Vorgehen gegen Napster

Im Streit zwischen der Musikindustrie und Napster hat sich eine Gruppe von US-Musikern gegen die Musikindustrie gewandt und damit die inzwischen abgeschaltete Web-Musiktauschbörse unterstützt.

Reuters LOS ANGELES. Wie am Dienstag bekannt wurde, kritisierten die Künstler, darunter "Eagles"-Schlagzeuger Don Henley, die Musikindustrie für ihr Vorgehen im Verfahren gegen Napster. Die großen Musikkonzerne sollten ihr gegenüber Napster verteidigtes Urheberrecht nicht länger darauf gründen, dass die Musiker die Songs im Auftrag der Konzerne aufgenommen hätten. Nach Ansicht von Napster haben die Plattenfirmen nicht schlüssig bewiesen, dass sie für die beanspruchten Stücke tatsächlich das Urheberrecht haben.

Die Künstler kritisierten, dass die Musikkonzerne bei ihrer Klage gegen Napster Tausende Musikstücke als Auftragsarbeiten bezeichnet hätten. Nach geltendem Recht gehören solche Auftragsarbeiten für immer den Musikkonzernen und nicht den Künstlern. Das wird von den Musikern um Henley in Frage gestellt. Einige der Urheberrechte, wegen derer sie Napster verklagt haben, könnten den Musikkonzernen gar nicht ewig gehören, sagte ein Anwalt der Musiker-Vertretung in den USA, Recording Artists Coalition (RAC).

Die Kritik an den angeblichen Auftragsarbeiten sei der zentrale Punkt der Verteidigung, sagte ein Napster-Anwalt. Der Verband der Musikindustrie nannte den Vorstoß der Künstler "genauso überraschend wie irrelevant". Das Urheberrecht der Musikkonzerne stehe nicht zur Diskussion und die Musiker müssten gegenüber Napster eigentlich dieselben Interessen haben wie die Plattenfirmen. Napster war Ende 1998 von sämtlichen großen Musikkonzernen verklagt worden und im vergangenen Sommer vom Netz gegangen. Bertelsmann will Napster Anfang kommenden Jahres als kostenpflichtigen Abonnements-Dienst neu starten.

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