Künstlerpaar hält Vortrag in Hamburg
Christo und Jean-Claude stellen neue Projekte vor

Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude ist derzeit auf zwei Projekte konzentriert. "Wir arbeiten täglich 17 Stunden lang daran, dass wir unser Werk "The Gates" im Central Park (in New York) und unser Projekt "Over The River" am Arkansas River in Colorado verwirklichen können", sagte Jeanne-Claude am Montagabend bei einem Vortrag im Hamburger Thalia Theater.

HB/dpa HAMBURG. Die Künstler, die weltweit mit spektakulären Verhüllungsaktionen Aufsehen erregt haben und 1995 den Berliner Reichstag verpackten, hatten am Montag auf Einladung von Kultursenatorin Dana Horáková ((parteilos) in Hamburg den Hafen und die Speicherstadt besichtigt.

Sie seien zuversichtlich, ihr seit mehr als 20 Jahren geplantes Projekt "The Gates" mit rund 11 000 mit Stoff bespannten Stahltoren im Central Park in den nächsten Jahren verwirklichen zu können. "Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Bürgermeister in New York gewählt, der unsere Arbeit schätzt und unser Freund ist. Eventuell können Sie unser Werk im Central Park ja schon im Frühjahr 2005 sehen", sagte Jeanne-Claude.

In Hamburg ist eine Ausstellung angedacht

Als zweites Kunstwerk sei die Abdeckung einer rund elf Kilometer langen Strecke des Arkansas-Rivers in Colorado geplant - ein Projekt, an dem das Künstlerpaar seit 1992 arbeitet.

Für Hamburg sei "nichts Konkretes" vorgesehen, betonten die Künstler. Angedacht sei allerdings eine mögliche Ausstellung über ihr berühmtes "Umbrella Project", bei dem sie im Jahr 1991 nahe Los Angeles 1760 gelbe Sonnenschirme aufspannten, während sich zur gleichen Zeit auf japanischen Reisfeldern 1360 blaue Schirme öffneten.

Kunstwerke sind zeitliche begrenzt

Christo und Jeanne-Claude, die ihre Werke ausschließlich mit dem Verkauf von Vorstudien finanzieren, lehnen Sponsoren-Gelder ab. "Wir wollen unabhängig bleiben und tun, was wir wollen, wie wir es wollen und wann wir wollen", betonte Jeanne-Claude. Die Kosten für die Verhüllung des Reichstagsgebäudes seien noch immer nicht bezahlt. "Aber wir haben einen Kredit bei der Deutschen Bank", meinte Jeanne- Claude.

Ihre Kunstwerke seien immer zeitlich begrenzt, "weil wir mit Liebe und Zärtlichkeit arbeiten - und das bringt man nur den Dingen entgegen, die nicht endlos andauern, so wie der Kindheit oder dem Leben". Ihr Ziel sei es, "Kunstwerke aus Freude an der Schönheit und ohne jeden Zweck" zu schaffen, sagte das Künstlerpaar.

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