Künstliche Befruchtung mal anders
Weißes Paar bekommt schwarze Zwillinge

Ein weißes britisches Paar hat Angaben der britischen Boulevardzeitung "The Sun" zufolge nach einer künstlichen Befruchtung schwarze Zwillinge bekommen. Die Eltern wollen ihre Zwillinge ungeachtet der Hautfarbe behalten.

HB/dpa LONDON. Ein weißes britisches Paar hat nach einer künstlichen Befruchtung schwarze Zwillinge bekommen. Das berichtete die britische Boulevardzeitung "The Sun" am Montag. Ein Sprecher des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS sagte, man tue alles, um so etwas zu vermeiden: "Nun ist der unwahrscheinlichste aller Fälle eingetreten."

Das Paar, das auf Grund einer richterlichen Verfügung nicht identifiziert werden darf, hatte sich in Behandlung begeben, nachdem sein Kinderwunsch jahrelang unerfüllt geblieben war. Als die Kinder geboren wurden, stellte sich heraus, dass sie eindeutig sehr dunkelhäutig waren. Der Leiter eines Zentrums für künstliche Befruchtung in London, Mohammed Taranissi, sagte dem britischen Rundfunk BBC: "So etwas ist ausgesprochen unwahrscheinlich, denn bei jedem Behandlungsschritt wird alles stets doppelt kontrolliert."

Nach Angaben von Medizinern ist es möglich, dass die Klinik die Spermien eines schwarzen Mannes zur Befruchtung des Eis der weißen Frau benutzt hat, oder dass die Klinik das befruchtete Ei eines schwarzen Paares, das ebenfalls in Behandlung war, in die Gebärmutter der weißen Frau eingepflanzt hat.

Die Eltern wollen ihre Zwillinge ungeachtet der Hautfarbe behalten, berichtete die "Sun". Der Arzt Sammy Lee vom Portland Hospital in London sagte der BBC: "Ich sehe nichts, was dagegen sprechen könnte und hoffe, dass es ihnen erlaubt wird." Allerdings könne die Frage, ob das Paar auch rechtlich zu Eltern der Zwillinge geworden sei, juristisch durchaus noch umstritten sein. "Für mich ist dieser Fall keine Überraschung. Wir alle wissen, dass menschliche Fehler immer auftreten können", sagte Lee.

In Großbritannien nutzen jährlich 27 000 Paare die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Der von den britischen Medien am Montag geschilderte Fall ist der erste derartige in Großbritannien. 1998 hatte in den USA eine weiße Frau aus New York das Baby eines anderen Paares zur Welt gebracht. Sie gebar ein schwarzes Baby und wurde gerichtlich verpflichtet, das Kind den biologischen Eltern zu übergeben.

In Holland hatte eine weiße Frau 1993 dunkelhäutige Zwillinge zur Welt gebracht. DNA-Tests ergaben, das die Klinik die Spermien ihres Ehemanns mit denen eines schwarzen Mannes vermischt hatte. Die Frau behielt die Zwillinge.

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