Archiv
Kuerten schlägt Federer und erreicht Viertelfinale

Paris (dpa) - In der Stadt der Liebe hat Gustavo Kuerten eine neue Geschichte von Leidenschaft und Leiden erzählt. Von Schmerzen an der operierten rechten Hüfte gepeinigt, hat der dreimalige French-Open-Sieger aus Brasilien das Viertelfinale seines Lieblingsturniers erreicht und auf dem Weg dahin Tennis-Weltmeister Roger Federer aus der Schweiz ausgeschaltet.

Paris (dpa) - In der Stadt der Liebe hat Gustavo Kuerten eine neue Geschichte von Leidenschaft und Leiden erzählt. Von Schmerzen an der operierten rechten Hüfte gepeinigt, hat der dreimalige French-Open-Sieger aus Brasilien das Viertelfinale seines Lieblingsturniers erreicht und auf dem Weg dahin Tennis-Weltmeister Roger Federer aus der Schweiz ausgeschaltet.

Beim 6:3, 7:5, 6:4 gegen den Spanier Feliciano Lopez gab Kuerten wie zuvor schon gegen Federer keinen Satz ab. «Guga - die Rückkehr des Helden», schrieb «Le Journal du Dimanche» über den Paris-Sieger von 1997, 2000 und 2001, der nach seinem letzten Triumph an der Seine ein riesiges Herz in den roten Sand des Center Courts gemalt hatte.

Keiner der zwölf gestarteten deutschen Profis erreichte die zweite Woche. Die Heidelbergerin Marlene Weingärtner hatte gegen das 17 Jahre alte russische Tennis-Model Maria Scharapowa das erste Grand-Slam-Viertelfinale ihrer Karriere verpasst. Nach einer Serie von Verletzungen zog die 24-Jährige dennoch zufrieden Bilanz: «Vor vier Wochen saß ich noch zu Hause und habe geheult, weil ich verletzt war und nicht spielen konnte. Ich bin sehr motiviert und wenn ich gesund bleibe, wird es wieder nach oben gehen», sagte Weingärtner, die neuerdings von ihrem Freund, Ex-Profi Christian Vinck, trainiert wird. Wenigstens im Doppel schaffte sie mit Jill Craybas (USA) durch ein 6:4, 6:7 (3:7), 6:4 gegen die US-Kombination Bethanie Mattek/Abigail Spears den Sprung in die Runde der letzten Acht.

In Kuerten hatte Federer seinen Meister gefunden. Der kompletteste Tennisspieler der Welt wurde jäh aus seinem Traum gerissen, nach den Australian Open auch auf Sand und danach vielleicht den Grand Slam - alle vier großen Turniere in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York - gewinnen zu können. Seit dem Australier Rod Laver (1969) ist das im Herren-Profitennis niemandem gelungen. «Am Anfang des Jahres lief alles fantastisch, ich habe nur gewonnen. Die eine oder andere Niederlage tut mir auch ganz gut», meinte Federer, der in drei Wochen in Wimbledon seinen Titel verteidigen will.

Während der Weltranglisten-Erste seine Wunden leckte, versuchte Publikumsliebling Kuerten seine besondere Beziehung zu Paris zu erklären. «Die French Open bringen mich jedes Mal dazu, meine Grenzen zu überschreiten. Ich weiß auch nicht, warum», meinte Kuerten, der noch immer nicht ohne Schmerz stillende Mittel spielen kann. Doch wenn er in Paris ist, zählen nicht die Leiden, sondern die Leidenschaft.

Im Viertelfinale trifft Kuerten, dessen Oma aus Deutschland stammt, auf den Russen Marat Safin oder den Argentinier David Nalbandian. Dessen Landsleute Guillermo Coria und Juan Ignacio Chela stehen bereits in der Runde der letzten Acht. «Sandfloh» Coria hat noch keinen Satz abgegeben und trifft nun auf Mitfavorit Carlos Moya aus Spanien. Chela steht erstmals im Viertelfinale eines Grand Slams und bekommt es mit Tim Henman zu tun, der zum Leidwesen der Briten sein Pulver offenbar schon vor Wimbledon verschießen könnte.

Bei den Damen stehen neben den beiden Williams-Schwestern, die erstmals seit Wimbledon 2003 wieder gemeinsam ein Grand-Slam-Turnier bestreiten, Jennifer Capriati (alle USA), Amelie Mauresmo (Frankreich), Paola Suarez (Argentinien) und erstmals drei Russinnen im Viertelfinale. Neben Weingärtner-Bezwingerin Maria Scharapowa kämpfen Jelena Dementjewa und Anastasia Myskina um einen Platz in der Vorschlußrunde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%