Kürzungen im Fernverkehr
Bahn will Angebot bei Tarifverhandlungen aufzustocken

Wenige Stunden nach Ende der Warnstreiks hat die Deutsche Bahn am Donnerstag angekündigt, ihr Angebot bei den Tarifverhandlungen aufzustocken. "Wir werden am Montag ein neues Angebot vorlegen", sagte Bahn-Sprecher Uwe Herz in Frankfurt/Main. Über Höhe und Umfang wollte sich der Sprecher nicht äußern. Die Gewerkschaften kündigten an, ihre Aktionen vorersteinzustellen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Bahn-Gewerkschaften begrüßten die Ankündigung der Bahn: "Wenn das stimmt, haben unsere Aktionen ihr Ziel erreicht", sagte GDBA-Sprecher Uwe Reitz. Zweck sei es gewesen, die Bahn zum Aufstocken ihres Angebots zu bewegen. Es werde daher vorerst keine weiteren Aktionen geben, sagte Reitz. Auch der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Transnet, Lothar Krauß, erklärte die Warnstreiks für ausgesetzt. "Wenn sich jedoch herausstellt, dass das wieder eine Finte ist, machen wir natürlich weiter", betonte Reitz.

Am Donnerstag hatten Eisenbahner den S-Bahn-Verkehr in vielen deutschen Städten lahm gelegt. Über eine Million Pendler im ganzen Bundesgebiet saßen am Morgen fest. In manchen Städten kam der Berufsverkehr völlig zum Erliegen, obwohl nur wenige Eisenbahner an den Streiks beteiligt waren.

Am Montag gehen die Tarifverhandlungen für die 145 000 Beschäftigten der Bahn in die nächste Runde. Bisher hatte die Bahn 1,7 Mrd. DM für den so genannten Zukunftssicherungsfonds angeboten. Dazu sollten regional abgestufte Einkommensverbesserungen kommen sowie eine Einmalzahlung von 300 DM. Das war den Gewerkschaften bisher zu wenig.

Kürzungen im Fernverkehr: InterRegio fällt bis 2003

Die Bahn will sich von verlustreichen Strecken im Fernverkehr trennen und die InterRegio-Züge in zwei Stufen bis 2003 abschaffen. Von Mai 2001 an sollen in einer ersten Phase Nahverkehrsangebote zahlreiche Fernverbindungen ersetzen. Insgesamt geht es nach Angaben der Bahn um die Streichung von bundesweit 16 Mill. Zugkilometern − rund neun Prozent des Bahnangebots auf der Schiene. Zehn Mill. Zugkilometer sollen im Regional- und Nahverkehr aufgefangen werden, der von den Ländern finanziert wird. In Frankfurt beraten am heutigen Donnerstag die Länderverkehrsminister über die Vorschläge von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Ergebnisse werden am frühen Nachmittag erwartet.

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