Küsse und Insektenschutmittel
Prinz Charles in Brasiliens Elendsviertel

Prinz Charles hat bei einem Besuch in Rio de Janeiro den Charme brasilianischer Frauen zu spüren bekommen - und das hautnah.

Reuters RIO DE JANEIRO. Ein weiblicher Fan überraschte den britischen Thronfolger am Montag mit einem Kuss auf die Wange.

Der mit Shorts und einen knappen Oberteil ziemlich spärlich bekleideten Frau war es gelungen, in einer engen Straße hinter die Sicherheitsabsperrungen zu kommen, als Charles eines der Elendsviertel (Favelas) von Rio besuchte. Kaum hatte sie Charles geküsst, wurde sie von Sicherheitskräften weggebracht. Auch andere Bewohnerinnen des Viertels zeigten sich von Charles angetan. "Es ist fantastisch, einmal einen Prinzen zu sehen", sagte die 17-jährige Luciana. "Allerdings hätte ich mir gewünscht, er hätte (seine Söhne) William und Harry mitgebracht."

Charles hatte in der Abenddämmerung sein vollklimatisiertes Auto verlassen und war bei tropischer Hitze in der Favela einen Hügel hinaufgestiegen. Dort empfing ihn in einem Kulturzentrum für Kinder eine lärmende Menge mit bunten Luftballons. Mit seinem Besuch informierte sich der Prinz über ein von Großbritannien finanziertes Projekt zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität in der Cantagalo-Favela, dem größten Problem in Rios Elendsvierteln. Während der Stippvisite blieb es in dem Viertel friedlich. Erst am Sonntagabend hatte die Polizei dort einen Mann erschossen, der nach einem Raubüberfall in einem Nachbarbezirk in den Slum geflüchtet war.

Charles war mit Insektenschutzmittel nach Brasilien gereist, um sich vor dem von Stechmücken übertragenen Dengue-Fieber zu schützen, das sich zurzeit epidemieartig in Rio ausbreitet. Die Stadt war die erste Station einer fünftägigen Tour durch Brasilien und Mexiko. Am Dienstag wollte der Prinz ein Umweltprojekt im brasilianischen Urwald besuchen.

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