Kuffour krönt Super-Jahr für Bayern - 1:0 gegen Boca Juniors
Bayern München ist Weltcup-Sieger

Abwehrspieler Samuel Kuffour hat den FC Bayern München zum zweiten Weltpokalsieg geschossen und damit 2001 zum erfolgreichsten Jahr in der Vereinsgeschichte des deutschen Rekordmeisters gemacht. Sechs Monate nach dem Gewinn der Champions League und der 17. deutschen Meisterschaft erzielte der 27-jährige Ghanaer am Dienstag in Tokio in der 109. Spielminute das umjubelte Siegtor im Finale gegen den argentinischen Titelverteidiger und Südamerika-Meister Boca Juniors.

dpa TOKIO. 25 Jahre nach dem Titelgewinn gegen Cruzeiro Belo Horizonte aus Brasilien profitierten die erst am Montag nach Japan angereisten Münchner insbesondere in der Verlängerung vom Platzverweis des argentinischen Nationalspielers Marcelo Delgado in der 45. Spielminute.

Der Verlierer von Tokio heißt neben Boca Juniors auch Stefan Effenberg. Nach drei Spielen ohne Sieg mit dem Kapitän, krönten sich die Münchner ausgerechnet ohne den erneut verletzten Spielmacher zur besten Vereinsmannschaft der Welt. Rund 1000 mitgereiste Fans feierten die Bayern-Stars, die nach dem Schlusspfiff noch genug Kraft hatten, um trotz Jetlag, Reisestrapazen und der Verlängerung ausgelassen auf dem Rasen des mit 51 360 Zuschauern besetzten Nationalstadions von Tokio herumzutanzen. Im Mittelpunkt stand dabei Kuffour, der bei der spielentscheidenden Szene blitzschnell reagierte und nach einem Kopfball von Thorsten Fink, der auf der Linie geklärt wurde, den Abpraller aus fünf Metern zum "goldenen Tor" einschoss. "Das ist geil. Ich bin so froh, dass wir 1:0 gewonnen haben und ich das Tor geschossen habe", meinte der überglückliche Kuffour.

Ottmar Hitzfeld, dem nur ein Mini-Kader von 14 Feldspielern zur Verfügung stand, verzichtete zunächst neben Thomas Linke, Ciriaco Sforza und Pablo Thiam auch auf Carsten Jancker, dem der Bayern-Coach durchaus mit Kalkül Giovane Elber und Claudio Pizarro als Spitzen vorzog. "Die Südamerikaner sind besonders motiviert", erläuterte Hitzfeld. Vor allem der Peruaner Pizarro war fast stets zur Stelle, wenn es vor dem Tor der Argentinier gefährlich wurde. Doch wie schon am vergangenen Samstag beim enttäuschenden 0:0 gegen den 1. FC Nürnberg agierte der Peruaner erneut unglücklich im Abschluss. Zudem reagierte Boca-Torwart Oscar Cordoba großartig, als ihn Pizarro bei seiner größten Einschuss-Möglichkeit mit einem "Lupfer" überwinden wollte (83.). In der Verlängerung vergab der eingewechselte Jancker dann ebenfalls zwei Mal die Chance zum Siegtreffer (98./102.).

Die aufregenderen Szenen spielten sich in der spannenden, aber nie hochklassigen Partie, in der sich die erst am Montag nach Japan angereisten Bayern zunächst sehr um Ballkontrolle und Tempodrosselung bemühten, vor dem Gehäuse von Oliver Kahn ab. In der 28. Minute musste der Nationaltorhüter nach einem schweren Fehler von Kuffour außerhalb des Strafraums in höchster Not gegen Delgado klären, der auch 120 Sekunden später die große Chance zum Führungstor vergab, als er freistehend aus elf Metern das Tor verfehlte.

In der Nachspielzeit leistete sich der Boca-Stürmer dann sogar noch eine folgenschwere Dummheit. Nach einem Traumpass von Juan Roman Riquelme wollte der schon verwarnte Delgado im Strafraum gegen den herausstürzenden Kahn einen Elfmeter schinden, doch seine "Schwalbe" ahndete der dänische Schiedsrichter Kim Milton Nielsen völlig zu Recht mit der gelb-roten Karte.

In Überzahl und weiterhin mit Kahn, der sich bei der Aktion den Fuß verdreht hatte, übernahmen die Bayern nach der Pause immer mehr die Initiative. Boca verlegte sich auf Konter. Das Spiel wurde nicht ansehnlicher, aber dafür giftiger: Sechs gelbe Karten und der Platzverweis waren Beleg dafür. Routinier Thorsten Fink (34) und Jungstar Owen Hargreaves (20) schalteten Bocas hochgelobten Mittelfeld-Star Riquelme aus, aber in der Offensive taten sie sich als Ideengeber anstelle von Effenberg schwer. Erst in der Verlängerung wurde der zunehmende Druck der Bayern durch Kuffour belohnt.

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