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"Kultort Stadion" - Ausstellung über Gewalt in Arenen

Hasserfüllte Worte, Transparente oder Waffen - welche Form Gewalt in und um Fußballstadien haben kann, zeigt die Ausstellung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) „Kultort Stadion“ in der Essener Zeche Zollverein.

dpa ESSEN. Hasserfüllte Worte, Transparente oder Waffen - welche Form Gewalt in und um Fußballstadien haben kann, zeigt die Ausstellung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) "Kultort Stadion" in der Essener Zeche Zollverein.

"Auch der Fußball in Deutschland steht in der Verantwortung des Grundgesetzes und muss seine gesellschaftliche Rolle wahrnehmen", erklärte Theo Zwanziger, Geschäftsführender DFB-Präsident, in einem Eröffnungsfestakt den Anstoß zur Schau.

Mit vielen Gegenständen, Dokumenten, Plakaten und besonders Fotos zeigt "Kultort Stadion" bis zum 19. Dezember die zahlreichen Seiten der Gewalt. Ein kleiner Junge sitzt auf den Schultern seines Vaters. Beide tragen das Trikot von Feyenoord Rotterdam, und der Junge hält den ausgestreckten Mittelfinger in die Kamera. Ein anderes Bild zeigt, wie ein italienischer Fußballfan und ein Polizist aufeinander losgehen - der eine mit einem Gürtel, der andere mit Knüppel.

Neben Molotow-Cocktails, Pistolen und Morgensternen sind auch Alltagsgegenstände zu sehen, die in Stadien als Waffen eingesetzt werden, darunter Billardkugeln und Baseballschläger. Aber auch Rassismus im Sport wird dargestellt. "Schindler-Juden, wir grüßen euch", steht auf einem Transparent, dass deutsche Neonazis 1996 bei einem Auswärtsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Polen im Stadion aufgehängt hatten. Mit dem Spruchband "Auschwitz ist euer Vaterland, die Öfen sind eure Häuser" waren italienische Tifosi bei einem Spiel in die Fußball-Arena gegangen.

"Wir wollen aber nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, sondern zum Nachdenken anregen", sagt der Baseler Künstler Klaus Littmann, der die Ausstellung für den DFB konzipiert hat. "Man muss sich seinen Schattenseiten eben stellen, sie analysieren und daraus Präventionsmaßnahmen entwickeln", fügt Gunter Pilz, wissenschaftlicher Begleiter der Ausstellung, hinzu.

Die Präsentation soll nach dem Willen der Organisatoren bis 2006 noch in anderen Städten zu sehen sein. "Am schönsten wäre es, wenn wir in jeder der zwölf WM-Städte ausstellen könnten", sagte Pilz. Allerdings müssten dafür erst Geldgeber und geeignete Hallen gefunden werden.

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