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Kultstätte Stonehenge aus Stroh errichtet

Kaibitz (dpa) - Die Kulturfreunde im oberpfälzischen Kaibitz haben die berühmte Druiden-Kultstätte Stonehenge aus Stroh nachgebaut. Umrahmt von zwei Steinkreisen ragen fünf Strohtore in Hufeisenform in die Höhe. Das Größte misst acht Meter.

Kaibitz (dpa) - Die Kulturfreunde im oberpfälzischen Kaibitz haben die berühmte Druiden-Kultstätte Stonehenge aus Stroh nachgebaut. Umrahmt von zwei Steinkreisen ragen fünf Strohtore in Hufeisenform in die Höhe. Das Größte misst acht Meter.

«Wir sind die ersten, die bisherige theoretische Skizzen und Simulationen in die Realität umgesetzt haben», sagt Roland Ehler, einer der Initiatoren des Projekts im Landkreis Tirschenreuth. «Bisher gibt es eben nur Nachbildungen der englischen Ruinen.» An diesem Wochenende wird das Werk offiziell eingeweiht. Die Initiatoren rechnen mit einem Riesen-Andrang.

Seit Mai 2003 arbeiteten die Mitglieder daran, das Vorbild aus dem englischen Salisbury originalgetreu nachzubilden. «Wir haben alle Informationen gesammelt, die es über Stonehenge gibt», erzählt Roland Ehler. «Schließlich haben wir ein theoretisches Modell gefunden, wie Stonehenge vor 5000 Jahren ausgesehen haben soll.» Aus der Theorie wurde Realität.

Heute steht «Strohhenge» wie sein Vorbild auf einer weitläufigen Wiese, die Ausrichtung nach Nord-Süd passt exakt, der Durchmesser des äußerten Kreises beträgt genau 30 Meter. Die Achsen schneiden sich im Mittelpunkt über dem Altarstein. Blickt man von der Stelle des «Heel-Stone», des Fersensteins, zum Altar, bildet sich optisch ein Fenster. Dort soll am 31. Dezember die Sonne untergehen: Faszination Stonehenge.

Das Monument besteht aus insgesamt 350 großen Strohballen, die je 250 Kilogramm wiegen. Ein Gabelstapler half, die Querstreben auf die Strohsäulen zu heben. Handwerker aus der Region gaben den Strohsäulen den letzten Schliff. «Niemand hat wirklich geglaubt, das Strohhenge wirklich entstehen wird», gesteht Roland Ehler. «Heute sind wir einfach nur stolz.»

Zwei Jahre soll das Bauwerk stehen bleiben können, dann müsste man nachbessern. Doch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es länger stehen bleibt. Mittlerweile interessiert sich die Wissenschaft für das Kaibitzer Projekt. Universitäten und Gymnasien aus der Umgebung haben sich auch schon angemeldet. Die Nachbildung des Steinkreises soll auch ein Ort der Forschung und des anschaulichen Geschichtsunterrichts werden.

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