Kulturelle, Management- und kartellrechtliche Hürden sind zu überwinden
AT&T und British Telecom ziehen Fusion in Erwägung

AT&T-Chef C. Michael Armstrong und British Telecom-Chef Sir Peter Bonfield haben gemäß Wall Street Journal die Idee einer Fusion während ihrer regulären Concert-Treffen diskutiert. Concert ist das Joint Venture beider Unternehmen.

dpa NEW YORK. Der amerikanische Telefonkonzern AT&T Corp. und die British Telecommunications Plc ziehen eine Fusion in Erwägung. Die Chefs der beiden Telefonkonzerne haben im vergangenen Monat "Unterhaltungen geführt, um eine mögliche Vereinigung ihrer beiden Unternehmen zu untersuchen", berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag. AT&T-Chef C. Michael Armstrong und British Telecom-Chef Sir Peter Bonfield haben nach Darstellung der Zeitung die Idee einer Fusion während ihrer regulären Concert-Treffen diskutiert. Concert ist das Joint Venture beider Unternehmen, das Großunternehmen in aller Welt Telefon- und Datendienste anbietet.

Es habe jedoch keine formellen Fusionsgespräche gegeben. Weder Investmentbanken noch Aufsichtsräte der Firmen seien eingeschaltet worden. Der BT-Chef erklärte der Zeitung in einem Interview, die beiden Gesellschaften hätten "keine Diskussionen" gehabt. Er wollte nichts dazu sagen, ob es Vorstöße von einer oder von beiden Seiten gegeben habe. Auf die Frage, ob er eine Fusion zwischen AT&T und British Telecom ausschließe, sagte er: "Ich bin sehr aufgeschlossen."

Sollte es zu einem Zusammenschluss kommen, würde ein transatlantischer Telefongigant mit einem Umsatz von rund 96 Mrd. $, 297 000 Beschäftigten und einem Börsenwert von 185 Mrd. $ entstehen. Es wäre eine der weltgrößten Festnetz- Telefongesellschaften und mit 26 Mill. Kunden, der drittgrößte Mobilfunkanbieter der Welt. Die Gesellschaft wäre auch der global führende Anbieter von Telefon- und Datendiensten für Großkonzerne.

Die Unternehmen hatten die Idee einer Zusammenlegung bereits im vergangenen Jahr in Erwägung gezogen. Die jetzigen Unterhaltungen seien jedoch ernsthafter und konzentrierten sich auf spezifische Fragen in Bezug auf eine Zusammenlegung der Geschäfte, erklärte das "Wall Street Journal". Ein Abschluss stehe jedoch nicht unmittelbar bevor. Die Zeitung verwies auf gewaltige kulturelle, Management- und kartellrechtliche Hürden. Die beiden Unternehmen müssten angesichts ihrer gewaltigen transatlantischen Telefonkapazitäten wahrscheinlich auch dem Verkauf bestimmter Vermögenswerte zustimmen. Sie könnten jedoch mit riesigen Kostenersparnissen rechnen.

AT&T und British Telecom kämpfen in ihren heimischen Märkten jeweils mit immer aggressiveren Konkurrenten, und das reguläre Telefongeschäft steht unter scharfem Preisdruck. Die British Telekom will 6,6 Mrd. Euro für die Aufstockung ihrer Beteiligung an der deutschen Telekomgesellschaft VIAG Interkom zahlen. Fusionsverhandlungen der britischen Telefongesellschaft mit der spanischen Téléfonica SA waren jedoch in diesem Jahr geplatzt.

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