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Kulturtourismus: Denkmalpflege setzt auf Vernetzung

Schwerin (dpa) - Die Denkmalpflege in Deutschland setzt angesichts des zunehmenden Kulturtourismus auf vernetzte Angebote und gezielte Besucherlenkung. Das Interesse nicht nur auf einen einzelnen Höhepunkt, sondern auf die Breite des Sehenswerten zu lenken, habe mehrere Vorteile, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik, Gerd Weiß, in Schwerin. Die Attraktivität für die Besucher werde erhöht und zugleich das einzelne Denkmal entlastet. In Schwerin ging am Wochenende die Jahrestagung des Verbandes zu Ende.

Schwerin (dpa) - Die Denkmalpflege in Deutschland setzt angesichts des zunehmenden Kulturtourismus auf vernetzte Angebote und gezielte Besucherlenkung. Das Interesse nicht nur auf einen einzelnen Höhepunkt, sondern auf die Breite des Sehenswerten zu lenken, habe mehrere Vorteile, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik, Gerd Weiß, in Schwerin. Die Attraktivität für die Besucher werde erhöht und zugleich das einzelne Denkmal entlastet. In Schwerin ging am Wochenende die Jahrestagung des Verbandes zu Ende.

Ein Beispiel sei die Backsteingotik in Mecklenburg-Vorpommern, zu der es vor zwei Jahren eine Großausstellung in fünf Hansestädten gegeben habe. Zwischen Mainz und Fulda setze nun die Bonifatius-Route Zeichen, die im Juli eröffnet werden soll. Entlang des Wegs des Heiligen Bonifatius (673-754) werde ein moderner Pilgerweg eingerichtet, in Zusammenarbeit mit Kirchen, Nahverkehr und Gastgewerbe. «Meditative Annäherungen sind ausgesprochen nachgefragt», sagte Weiß. In Nordrhein-Westfalen fänden die Industriedenkmale großes Interesse und würden breit aufgearbeitet.

Beim 72. Tag der Denkmalpflege am Sonntag stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Schwerin ihr jüngstes Buch zu den Förderprojekten der vergangenen 15 Jahre vor. Der Band «Kulturerbe bewahren: Schlösser, Burgen, Parks» ist der dritte einer Reihe. Die beiden ersten Bände waren Sakralbauten und öffentlichen Gebäuden gewidmet. Zwei weitere zu Industriedenkmalen und Bürgerhäusern sollen folgen.

Bei der Tagung wurde auch vor der Vermarktung historischer Altstädte allein unter touristischen Aspekten gewarnt. Dies verstärke den Trend zur Verlagerung der täglichen Geschäfts- und Handelsgewohnheiten in die Gewerbegebiete, sagte der Bamberger Denkmalpfleger und Autor Manfred F. Fischer.

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