Kumbernuss und Breuer WM-Dritte: Lobinger gewinnt Titel vor Stolle

Kumbernuss und Breuer WM-Dritte
Lobinger gewinnt Titel vor Stolle

Die deutschen Leichtathleten haben bei den 9. Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham die Erwartungen erfüllt, Grund zum Jubel besteht aber nicht. Verlass war vor allem auf die Stabhochspringer: Durch den großartigen Doppelerfolg von Tim Lobinger (Köln) und Michael Stolle (Leverkusen) wurde ein besseres Ergebnis eingefahren als vor zwei Jahren in Lissabon. Damals bedeuteten zwei 3. Plätze den Tiefpunkt und das schlechteste Abschneiden.

HB/dpa BIRMINGHAM. Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) machte als Dritte den Medaillensatz am Samstag komplett. Grit Breuer (Magdeburg) steuerte am letzten der drei Tage vor insgesamt 24 000 Zuschauern über 400 m noch eine Bronzemedaille bei und auch Stabhochspringerin Annika Becker (Erfurt) kann noch in die Medaillenränge kommen. "Mit dem Medaillenergebnis sind wir zufrieden. Das kleine Team ist Ausdruck dafür, dass die Leistungsdecke zu dünn ist. Aber wir wollten unserem Leistungsanspruch gerecht werden und die Mannschaft nicht künstlich aufblähen", sagte Rüdiger Nickel, DLV-Vize-Präsident Leistungssport. Das Highlight ist die Freiluft-WM in Paris. "Die Situation ist nicht rosig", bekannte er.

Mit dem Mini-Team von zehn Athleten bewegte sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) unter den über 600 Teilnehmern aus 145 Ländern auf dem Niveau eines Entwicklungslandes und hat sich unter dem Hallendach als ehemals dritte Kraft hinter den USA und Russland endgültig verabschiedet. Von den drei Ausfällen in der Qualifikation enttäuschte das Kugelstoß-Duo Ralf Bartels (Neubrandenburg) mit 19,32 m und die zweimalige WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg) mit drei ungültigen Versuchen besonders.

Der 30-Jährige Lobinger hinterließ bei seinem achten und wertvollsten Saison-Sieg unter dem Hallendach einen souveränen Eindruck. Alle Höhen bis zum Titel nahm der Jahresbeste im ersten Anlauf: 5,60 m, 5,75 und 5,80 m. "Ich habe mir mit Sicherheit einen Traum erfüllt. Das war ein geschichtlicher Sieg ähnlich wie die sechs Meter", freute sich der Weltmeister auch über die 40 000 Dollar Preisgeld. "Tim ist ein würdiger Champion und war der beständigste Springer dieses Winters", befand Weltrekordler und IAAF-Council- Mitglied Sergej Bubka (Ukraine).

Stolle, der schon bei Bubka trainiert hat und zu 5,70 m zwei Mal anlaufen musste, nahm anschließend die 5,75 m auf Anhieb, während der höhengleiche Rens Blom (Niederlande) einen Fehlversuch hatte. Der Olympia-Vierte, der ein Jahr wegen Fußproblemen pausieren musste, hob sich vergeblich noch zwei Versuche für 5,85 m auf, verletzte sich leicht und gab auf. "Ich bin happy. Der Sturz war nicht so schlimm", gab er Entwarnung. Auch Lobinger scheiterte am Saisonbestwert.

Die 33-jährige Kumbernuss, dreifache Freiluft-Weltmeisterin und Olympiasiegerin in Atlanta, beendete mit 19,86 m eine zwei Jahre lange Durststrecke ohne Medaille. "Das ist fantastisch", jubelte sie und musste nur der Jahresweltbestleistung erzielenden Russin Irina Korschanenko (20,55) und Nadeschda Ostapschuk (Weißrussland/20,31) den Vortritt lassen. Staffel-Europameisterin Breuer, die einzige Läuferin im DLV-Team, musste sich in der DLV-Jahresbestzeit von 51,13 Sekunden wie erwartet der Favoritin und Jahresbesten Natalja Nasarowa (Russland/50,83) und Christine Amertil (Bahamas/51,11) geschlagen geben.

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