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Kunde König kauf noch ein

Ein Taschenrechner allein reicht wohl nicht aus. Um den Wirtschaftsverlauf zu berechnen, Prognosen aufzustellen und viele Faktoren mit einzubeziehen - dafür braucht man schon ein bisschen mehr. Gute Computer, entsprechende Software und ein helles Köpfchen, das die Daten richtig eingibt und zu interpretieren weiß. Was aber nun gestern geschah, war schlichtweg auch ein Beispiel für Unfähigkeit. So deutlich muss man es wohl sagen, denn wie sonst ist es zu erklären, dass die Experten, deren Job es eben ist, über Zahlenreihen zu brüten und Berechnungen anzustellen, keinen blassen Schimmer hatten, wie hoch das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal war.

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt, das alle im Land erwirtschafteten Dienstleistungen und Waren zusammenfasst, im letzten Vierteljahr des Jahres 2000 mit einem Prozent Zuwachs auf dem niedrigsten Stand seit Jahren war, ging es in den ersten drei Monaten 2001 bergauf. Die Experten erwarteten jetzt durchschnittlich ein Plus von 1,1 Prozent, es ist deutlich mehr geworden. Der Bruttoinlandsprodukt stieg im vergangenen Quartal um zwei Prozent. Eine angenehme Überraschung. Das bestätigt, dass der Konsument weiterhin ungebremst Geld ausgibt

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Der Verbraucher prasst also wieder. Das Geld sitzt lockerer. Wer hätte das gedacht. Und so sind die Konsumenten auch die tragende Säule gewesen, denn sie tragen mit ihren Ausgaben den Bärenanteil am Bruttoinlandsprodukt. Die Unternehmen halten sich nach wie vor vornehm mit Investitionen zurück. Die Wirtschaft könnte im nächsten Jahr um annähernd vier Prozent zulegen, so der Michael Sauerborn von Merrill Lynch.

Die Maus lebt nicht nur, sie ist quicklebendig. Der Medienkonzern Walt Disney hat gute Quartalszahlen präsentiert. Während das Anzeigengeschäft und die Einschaltquoten des Disney-Fernsehsenders ABC leicht rückläufig waren, verlief vor allem der Verkauf von Videokassetten und DVDs erfolgreich. Zu den Hits gehörten unter anderem Filme wie Susi und Strolch Teil 2 sowie Dinosaurier. Allerdings gingen beim Fernsehsender ABC die Zuschauerzahlen zurück. Dies ist für Walt Disney deshalb ungünstig, da der Sender vor allem die Hauptwerbegruppe der 18 bis 49-jährigen anspricht. Bisher ist es nicht gelungen, neben dem Kassenschlager "Who Wants to Be a Millionaire" neue Sendungen mit ähnlichem Erfolg zu entwickeln. Demnächst startet in den USA der potenzielle Renner Pearl Harbor, ein Kriegsfilm mit Ben Affleck.

Die Gerüchte um den größten US-Telekomausrüster, Lucent Technologies, reißen in dieser Woche nicht ab. Zum Wochenauftakt wurde spekuliert, dass der größte Hersteller von Glasfaserkomponenten, JDS Uniphase, das Glasfasergeschäft von Lucent übernehmen will. Am Donnerstag hat der französische Konzern Alcatel ein Angebot für diese Sparte abgegeben. Laut Alcatel-Aufsichtsratschef Serge Tchuruk bestehe großes Interesse an diesem Bereich. Zum Wochenende warf nun das Wall Street Journal erneut die Frage auf, ob nicht der gesamte Konzern zum Verkauf steht. Wie die Tageszeitung erfahren haben will, gab es bereits Gespräche zwischen Lucent und Alcatel über eine komplette Fusion oder Übernahme. Ein Verkauf kam für Lucent bisher nicht in Frage. Aber eine Fusion unter Gleichen sei denkbar. Die jüngsten Gerüchte haben die Lucent Aktien in zehn Handelstagen knapp 50 Prozent beflügelt. Eine Reaktion, die potentiellen Käufern die Entscheidung nicht einfacher machen dürfte.

Philip Morris erhöht schon wieder die Zigarettenpreise. Nicht in Deutschland, in den USA. Geraucht wird dennoch, auch nach den vergangenen Preisanhebungen hat der Tabakverkäufer gute Geschäfte gemacht. Kurioses war Mitte der Woche aus Washington zu hören. Die Bush-Regierung sieht im Haushaltsetat zu wenig Geld vor, um die Milliardenklagen gegen die Tabakindustrie noch lange weiter zu führen. Diese Nachricht brachte die Philip Morris-Aktie nach oben. Der Dow Jones-Index verbesserte sich im Wochenverlauf um 2,2 Prozent auf 10810 Punkte. Die Nasdaq gab um 4 Prozent nach und notiert nun bei 2076 Zählern.

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