Kunden der Old Economy sind die wichtigsten Impulsgeber
Internet-Krise lässt Logistikfirmen kalt

Die deutsche Logistikbranche zeigt sich weder vom Niedergang der New Economy noch von Gewinnwarnungen der Kollegen in den USA beeindruckt. Die Paketdienstleister Post, Fedex, Stinnes, TNT und UPS sind gut in das Jahr gestartet und rechnen nicht mit einer Revision ihrer Geschäftspläne für 2001.

DÜSSELDORF. Die großen deutschen Paketdienstleister blicken optimistisch in das laufende Geschäftsjahr und zeigen sich von den Turbulenzen der New Economy unbeeindruckt. "Die ersten Monate entsprechen exakt unserer Planung," sagte Klaus Zumwinkel, Vorstandschef der Deutschen Post AG, Bonn. "Auch für den Rest des Jahres erwarten wir keine Überraschungen nach unten oder nach oben."

Die Notwendigkeit, ihre Planung für 2001 aus konjunkturellen Gründen zu revidieren, sieht die Post nicht. "Wir sind optimistisch," betonte Zumwinkel. Den jüngsten Kursverfall der Post-Aktie im Gefolge der Gewinnwarnungen von Fedex und UPS in den USA kann ein Post-Sprecher nicht nachvollziehen. Der Marktanteil der Post liege in den USA bei 1 %. Die Post sei von der flauen US-Konjunktur nicht betroffen.

Ähnlich optimistische Töne sind bei UPS Deutschland, Stinnes und Fedex Europe zu hören. "Unser Geschäft in Deutschland brummt. Wir sind sehr zufrieden," sagte Gunnar Adalberth, Marketing-Chef bei UPS. Ein Ende des Wachstumstrends vermag er nicht zu erkennen.

"Trotz einer sich abkühlenden Konjunktur vor allem in den USA sind wir in den ersten Monaten dieses Jahres mit einem zweistelligen Plus bei Umsatz und Ergebnis gut gestartet", sagte auch Stinnes-Chef Wulf Bernotat. Zwar ergebe sich daraus noch keine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr, doch sei Stinnes optimistisch, dass auch 2001 ein gutes Jahr werde. "Wir peilen das dritte Rekordjahr in Folge an."

Fedex Europe hat nach Auskunft von Managing Director Petra Rittersberger im dritten Quartal das stärkste Wachstum im Vergleich zu anderen Regionen erzielt. Die Europa-Tochter des US-Konzerns legte um 25 % zu.

Geplatzte Luftblasen in der New Economy

Kaum beeindruckt zeigt sich die Branche daher vom Niedergang der New Economy, wie er sich in den Kurseinbrüchen am Neuen Markt widerspiegelt. Für Post-Chef Zumwinkel sind "Luftblasen so genannter dot.coms, die außer einer Geschäftsidee wenig Substanz zu bieten hatten", geplatzt. Unternehmen der Old Economy, die das E-Business in ihre Geschäftsprozesse integriert haben, seien die eigentlichen Impulsgeber der New Economy.

Allein 2000 habe sich das Versandvolumen von Online-Paketen zum Endverbraucher, der Business-to-Consumer-(B2C)-Bereich, bei der Post verdoppelt. "Rund 30 Millionen Post-Pakete - das haben wir durch repräsentative Umfragen bei unseren Kunden ermittelt - sind 2000 allein durch Online-Bestellungen entstanden." Knapp die Hälfte des gesamten E-Commerce-Versandvolumens entfalle heute auf die Post.

Konkrete Zahlen zu Umsatz und Ergebnis bleibt die Post allerdings schuldig. Auch UPS und Fedex nennen keine Zahlen. TNT beobachtet lediglich eine Verlagerung des Geschäfts hin zu mehr kleineren Teilen mit einem höheren Servicelevel.

Doch der Umsatzanteil, den Internetbestellungen erzielen, bleibt weiterhin relativ gering. Danzas, die Logistik-Tochter der Post, spricht von einem zweistelligen Millionenbetrag. "Dies sind im Vergleich zu unserem Umsatz von 8,3 Mrd. Euro nur Peanuts", sagte ein Sprecher.

Lediglich Stinnes rückt mit konkreten Zahlen heraus. Bernotat beziffert den aktuellen Umsatz im E-Commerce auf 5 bis 6 Mill. Euro. Bis 2004 will Stinnes im E-Business 1,1 Mrd. Euro umsetzen und ein Ergebnis von 60 Mill. Euro erwirtschaften.

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