Kunden halten sich zurzeit zurück
Brokat will mit Kostensenkung Gewinnschwelle erreichen

Dem Softwareanbieter Brokat AG, einst als Musterunternehmen des Neuen Marktes gefeiert, laufen die Kosten davon. Im ersten Quartal 2001 hat das Unternehmen bei steigendem Umsatz seinen Nettoverlust gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich ausgeweitet. Der Umsatz sei um 118 Prozent auf 43 (Vorjahr: 19,7) Millionen Euro gestiegen; der Netto-Verlust habe sich auf 75,2 (minus 18,5) Millionen Euro ausgeweitet, hieß es. Insgesamt laufen die Geschäfte nicht gut. Immerhin konnte Brokat aber Vodafone für eine strategische Kooperation gewinnen.

dpa-afx/rtr STUTTGART. Den hohen Verlust erklärte das Unternehmen mit Goodwill-Abschreibungen aus Akquisitionen von 34,5 Millionen Euro, die im Vorjahr auf Grund des geringeren Akquisitionsvolumens bei 3,7 Millionen Euro gelegen hätten.
Zugleich mit den Zahlen gab das Unternehmen eine strategische Kooperation mit dem Mobilfunkkonzern Vodafone bekannt. Der Auftrag habe ein Volumen von zunächst 10,5 Millionen Euro, hieß es. Die Software soll Vodafone in die Lage versetzen, seinen Kunden ein Bezahlen mit dem Mobiltelefon anzubieten. Zunächst werde Brokat in drei europäischen Laendern mit Vodafone-Gesellschaften zusammenarbeiten: In Deutschland mit D2, in Italien mit Omnitel und in Grossbritannien mit der Konzernmutter Vodafone, hieß es weiter.

Mitarbeiter in den USA müssen gehen

In den kommenden Monaten will das Software-Unternehmen kräftig Kosten einsparen, um im vierten Quartal wie geplant die Gewinnzone zu erreichen. Im Fokus stehen der Vertrieb und die Aufwendungen für externe Berater, sagte Finanzvorstand Michael Janßen am Donnerstag. Die Mitarbeiterzahl von derzeit 1 450 werde 2001 nicht weiter wachsen, vor allem in den USA sei mit weiteren Entlassungen zu rechnen. Brokat, ein Spezialist für Internet-Banking, hatte dort im vergangenen Jahr zwei Konkurrenten übernommen und sei daher noch überbesetzt. Ab dem vierten Quartal sollen im Vergleich zu den ersten drei Monaten bis zu 15 Mill. ? (29 Mill. DM) gespart werden.

"Die Investitionsbereitschaft der Kunden ist insgesamt getrübt, unser Lizenzgeschäft leicht rückläufig", sagte Janßen. Gut laufe der Bereich Dienstleistungen. Der Markt für den mobilen Internet-Handel über das Handy sei im vergangenen Jahr zu euphorisch eingeschätzt worden, gestand der Manager.

Brokat hatte die Umsatzprognose für 2001 von 240 Mill. ? bereits auf eine Spanne zwischen 180 und 190 Mill. ? nach unten korrigiert. "Wir wollen konservativer planen. Die Marktentwicklung ist schwerer vorauszusehen als früher", sagte Janßen.

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