Kunden nicht in Konsumlaune
Sommerschlussverkauf mit Rekord-Rabatten

Bereits eine Woche vor Beginn des offiziellen Sommerschlussverkaufs (SSV) am 29. Juli gewähren viele Händler starke Preisnachlässe. Sie reichen schon bis zu 50 Prozent, wie die "Bild am Sonntag". berichtet.

ddp/vwd HAMBURG. Experten rechnen mit weiteren Rabatten. Die Sprecherin des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandelshandels (HDE), Ulrike Hörchens, sagte dem Blatt: "In normalen Sommerschlussverkäufen wird um 30 bis 50 Prozent reduziert. Dieses Jahr fallen die Preisabschläge aber ungewöhnlich hoch aus."

Der Handel will mit den Preisnachlässen die Kunden schon vor dem SSV verstärkt zum Kauf anreizen. Als Grund für die bisherige Kaufrückhaltung werden Preiserhöhungen durch den Euro, die schwache Konjunktur und die Angst um den Arbeitsplatz genannt.

Johann Hellwege, Geschäftsführer des Innnestadt-Einzelhandelsverbandes BAG, bezifferte die Umsatzeinbußen im deutschen Einzelhandel gegenüber dem Vorjahr auf rund 20 Milliarden Euro.

Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bewertet die Aussichten auf eine Besserung des Konsumklimas derzeit als "schlecht". Die Psychologie sei wichtig, und es fehlten einfach die guten Nachrichten, sagte der Chef des nach eigenen Angaben größten deutschen Marktforschungsunternehmens, Klaus Wübbenhorst, dem Berliner "Tagespiegel".

Der Konsum beginne im Kopf. "Wenn ich mich durch bestimmte Ereignisse oder Umstände unwohl fühle, dann konsumiere ich eben nicht", erläuterte er. Das sei "momemtan der entscheidende Faktor". Wichtig für die Konsumlaune sei, dass die Bevölkerung den Eindruck bekomme, "dass gehandelt wird", fügte der Marktforscher hinzu. Das zentrale Thema sei da die Arbeitslosigkeit.

Wübbenhorst warnte den Handel zugleich, beim SSV mit den Preisen zu weit herunter zu gehen. Das könne neue Verunsicherung schaffen. Auch machten zu große Preisschwankungen die Preisgestaltung der Händler unglaubwürdig, betonte er. Die Käufer wunderten sich, warum die Geschäfte in der Lage seien, ihre Produkte mit solchen Preisnachlässen zu verkaufen, sagte Wübberhorst. Viele Kunde hätten das Gefühl, "normalerweise zuviel zu bezahlen".

Karstadt-Sprecher Michael Scheibe kündigte in der "Bild am Sonntag" an: "Wir senken die Preise in der Spitze um 70 bis 80 Prozent." Dieses Jahr gebe es auch Nachlässe auf Markenartikel.

Die Modekette Hennes & Mauritz will Einzelteile um bis zu 70 Prozent günstiger abgeben. "Wir haben viele Preise für T-Shirts, Pullover und Hosen schon jetzt um 50 Prozent gesenkt, legen nächste Woche aber noch mal nach", sagte deren Sprecher Mathias Geduhn.

Das Berliner Edelkaufhaus KaDeWe reduziert den Angaben zufolge die Preise ebenfalls schon bis zu 50 Prozent. Auch beim Schuhhaus Görtz fallen die Preise. "30 bis 40 Prozent Abschlag gibt es jetzt schon, mehr als im Vorjahr. Und wir reduzieren weiter", äußerte Chef Ludwig Görtz.

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