Kunden verlagern Kostendruck auf die Anbieter: Mehr Leistung für weniger Geld

Kunden verlagern Kostendruck auf die Anbieter
Mehr Leistung für weniger Geld

Die Computer- und Softwareindustrie wird auf der diesjährigen Cebit "keine technologischen Quantensprünge" präsentieren. Zumindest in dieser Erwartung sind sich Aussteller und Besucher der weltgrößten Computermesse Cebit 2003 einig. Damit sind die Gemeinsamkeiten allerdings auch schon weitgehend erschöpft.

HB FRANKFURT/M. Denn das zunehmend professionellere Messe-Publikum hat die klare Vorgabe aus den jeweiligen Geschäftsführungen, die IT-Kosten merklich zu senken. Die Chancen der Messebesucher, diese Vorgaben auch umzusetzen, stehen nicht schlecht: Zurzeit können lukrative Unternehmenskunden die Preise bei den nach Umsatz dürstenden Anbietern kräftig drücken. Die einzige Chance der Aussteller besteht darin, der umworbenen Klientel klar zu machen, dass die erwünschten Sparziele erst durch neue Investitionen möglich werden.

Spar-Bedürfnisse bestimmen Angebot

Branchenführer wie IBM und Hewlett-Packard haben sich längst auf die Spar-Bedürfnisse ihrer Kunden eingestellt: Hinter Marketingformeln wie "E-Business on demand" oder "Adaptive IT-Infrastruktur" steht letztlich nichts anderes, als eine am Bedarf orientierte Nutzung von IT. Statt teurer eigener Rechenzentren sollen Unternehmen künftig die Infrastruktur von Dienstleistern wie IBM nutzen und dort nur für die Zeit bezahlen, in der sie tatsächlich Rechenleistung in Anspruch nehmen. Teure Speichereinheiten, die nur selten ausgelastet sind, sollen durch "Pay- per-use-Modelle" ersetzt werden. Selbst die mächtigen Softwarepakete zur Steuerung der IT-Infrastruktur und Anwendungen könnten in Zukunft in kleine Pakete zerlegt werden, für die der Kunde für die Nutzung einzelner Geschäftsprozesse bezahlen soll.

Trend zum Outsourcing

Doch auch wenn die IT-Industrie auf der Cebit kräftig die Trommel für diesen neuen Geschäftsbereich rührt - tatsächlich sind nur wenige Angebote dieser Vision tatsächlich verfügbar. Zudem sind die Ideen nicht so neu, wie sie gerne verkauft werden. Bereits heute funktioniert das Outsourcing, also die komplette Auslagerung der IT an externe Dienstleister wie EDS oder CSC nach ähnlichen Geschäftsmodellen. Allerdings wird der Trend zum Outsourcing in den kommenden Jahren in Deutschland noch zulegen, denn immer mehr Unternehmen und Behörden werden erkennen, dass der reine Betrieb der Computernetze und deren Wartung von spezialisierten Dienstleistern zumindest billiger erbracht werden kann.

Mehr IT für weniger Geld

Ein weiterer IT-Trend, der unter dem Kostendruck an Dynamik zulegen wird, ist die Standardisierung im Hard- und Softwarebereich. Bisher teure Bastionen wie hochwertige Netzwerkrechner bekommen zunehmende Konkurrenz durch leistungsgleiche Rechner, die mit neuen Generationen von Standardprozessoren bestückt werden. Auch im viele Jahre stark heterogenen Softwaremarkt für Unternehmen nimmt die Standardisierung zu. Den Anfang machte die Industrie, jetzt folgen Banken und Versicherungen aus der Dienstleistungsbranche, bisher eine der größten für den Einsatz von individuell entwickelter Software. Jahrelang behaupteten die verantwortlichen Manager, dass man sich durch diese individuellen Lösungen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen will. Nun denken dieselben Verantwortlichen darüber nach, ob sich nicht durch den Einsatz von Standardsoftware viel Geld sparen lässt.

Die Botschaft der Kunden ist klar: Mehr IT für weniger Geld. Auf der Cebit kann die Branche beweisen, dass sie diese Botschaft verstanden hat.

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