Kunden verschieben ihre Bestellungen
Philips erwartet Umsatzrückgang in der Chipsparte

Der größte europäische Unterhaltungselektronikkonzern Philips erwartet, im dritten Quartal deutlich weniger Chips zu verkaufen als geplant, rechnet aber zum Jahresende mit einer Erholung der Sparte.

Reuters AMSTERDAM. Der Chip-Umsatz werde in der Zeit von Juli bis September um 13 bis 15 Prozent geringer ausfallen als im Vorquartal, teilte das niederländische Unternehmen am Donnerstag mit. Im Juli hatte es noch mit einem Rückgang um höchstens fünf Prozent gerechnet. "Wir erleben zurzeit eine allgemeine Schwäche in der gesamten Chipindustrie, besonders aber im Bereich der Massenartikel", sagte Scott McGregor, Chef der Chipsparte, bei einer Analystenkonferenz. "Die Kunden verschieben ihre Bestellungen."

Für das vierte Quartal rechnet der Konzern den Angaben zufolge aber wieder mit einer Erholung und prognostizierte ein Umsatzwachstum von sieben bis zwölf Prozent vor Vorquartal. Für Restrukturierungen der Chipsparte kündigte der Konzern für die kommenden sechs Monate Rückstellungen von 200 bis 225 Millionen Euro an. Für Forschung und Entwicklung will die Chipsparte 2002 insgesamt 1,15 Milliarden Euro ausgeben nach 1,26 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Philips, drittgrößter Chiphersteller Europas, teilte weiter mit, die Kapazitätsauslastung habe sich in diesem Bereich entgegen den ursprünglichen Annahmen im dritten Quartal verschlechtert. Nachdem sie im zweiten Quartal noch bei über 50 Prozent gelegen habe, lasse sie nun etwas nach, erklärte McGregor. Zuvor hatte Philips mitgeteilt, die Gewinnschwelle liege bei einer Auslastung von 60 Prozent.

Philips konzentriert sich bei seiner Chipherstellung hauptsächlich auf die Unterhaltungselektronik. Der Aktienkurs fiel an einer deutlich schwächeren Amsterdamer Börse fast neun Prozent auf 17,88 Euro.

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