Kunden verschieben Investitionen
IBM Deutschland will gesundschrumpfen

IBM baut auch in Deutschland mehrere hundert Stellen ab. Einige Standorte werden ganz geschlossen.

dpa STUTTGART. "Wir mussten einige Standorte gesundschrumpfen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Erwin Staudt, am Dienstag in Stuttgart. Am Standort Mainz werden im Bereich Speichersysteme 300 bis 400 von 1600 Stellen gestrichen. Zusätzlich sollen 350 Zeitverträge mit studentischen Aushilfen nicht mehr verlängert werden.

IBM bringt seine Sparte für Festplatten-Laufwerke weltweit in ein Joint Venture mit Hitachi ein. "Wir haben für sechs Quartale ein Abkommen mit Hitachi, auch aus Mainz für das geplante Joint Venture zuzuliefern", sagte Staudt. Das Speichersysteme-Geschäft dort bleibe daher zunächst bestehen. Wegen Überkapazitäten müsste aber Personal abgebaut werden, Entlassungen solle es nicht geben.

IBM hatte bereits Mitte Juni mitgeteilt, dass vier der sieben deutschen Standorte der Tochter DVO geschlossen werden sollen. Bei dem Dienstleister sind 317 Stellen betroffen.

Staudt sagte, manche IBM-Kunden verschöben derzeit ihre Entscheidungen über neue Investitionen und hofften auf positive Konjunktursignale. "Jeder weiß, was als nächster Schritt geplant ist, wartet aber auf einen Impuls vom Markt."

Der Staat müsse eine Vorreiterrolle bei neuen IT-Investitionen spielen, forderte Staudt. "Innovatives Denken ist Chefsache, das geht nur von oben nach unten." Als Beispiel nannte der deutsche IBM-Chef einen Chip mit elektronischer Signatur auf dem Personalausweis, der unter anderem die Erledigung von Behördengängen online ermöglichen würde und damit dem Staat beim Sparen helfe.

IBM erzielt rund zehn Prozent seines Umsatzes mit der öffentlichen Hand. IBM beschäftigte in Deutschland Ende 2001 rund 26 000 Mitarbeiter.

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