Kunden von Consors und Schmidtbank haben keinen Grund zur Panik
Erspartes ist selbst bei Bankenpleite sicher

"Für Sie ändert sich nichts", versichert der Online-Broker Consors via Internet seinen Kunden. Viele sind nach der Rettungsaktion bei der Consors-Mutter Schmidt-Bank dennoch verunsichert. Während die Zukunft beider Häuser noch ungewiss ist, besteht für Sorgen ums Ersparte jedoch kein Anlass. Selbst wenn eine deutsche Bank konkurs ginge, sind Anleger gegen Verluste abgesichert.

HB DÜSSELDORF. Verunsichert durch Medienberichte wandten sich heute erste besorgte Consors-Kunden an die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. ( DSW ). "Sind meine Einlagen gefährdet?", wollten sie wissen. Sprecherin Petra Krüll kennt die beruhigende Antwort: "Nein, kein Anleger muss sich Gedanken machen".

Denn im Falle einer Bankenpleite sind Anleger in Deutschland besser als in den meisten anderen europäischen Ländern gegen Verluste abgesichert. Grundsätzlich gilt die Einlagensicherung gemäß einer Richtlinie der Europäischen Union (EU) von 1994. Danach sind mindestens 90 Prozent der jeweiligen Einlage geschützt, maximal jedoch 20 000 Euro (39 116,60 Mark) pro Kunde. Genau diese Summe garantieren die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Spanien, Griechenland und Irland.

Die Schmidt-Bank und Consors sind, wie die meisten privaten Banken in Deutschland darüber hinaus dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Der vor mehr als 25 Jahren geschaffene Fonds schützt Einlagen inklusive Zinsen jedes Kunden bis zu einer Höhe von 30 Prozent des Eigenkapitals der jeweiligen Bank. Selbst Kunden kleinerer Institute sind damit auf der sicheren Seite: Bei einem Mindesteigenkapital von nur zehn Millionen Mark, zum Beispiel, sind Ersparnisse bis drei Millionen Mark pro Gesamteinlage geschützt.

Was das für Schmidtbank-Kunden konkret heißt, erklärt Dirk Cupei vom Einlagensicherungsfonds: "Sichtguthaben, Termingelder und Spareinlagen werden bis zu einer Höhe von 171,53 Mill. DM je Kunde bei der Schmidtbank und von 262,40 Mill. DM je Kunde bei Consors durch den Einlagensicherungsfonds gedeckt". Der Fonds entschädigte in diesem Jahr auch die Kunden des insolventen Brokers Systracom.

Wertpapier-Depots sind nicht in Gefahr

Um Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Optionsscheine in den Depots müssen sich Anleger aus einem anderen Grunde keine Sorgen machen: Die Bank ist hier quasi nur der Verwalter, den der Anleger jederzeit wechseln kann. Wie lange das dauert und ob dabei Kosten entstehen, sei allerdings von Bank zu Bank verschieden, so Petra Krüll von der DSW.

Eine spezifische Schwierigkeit bei Online-Brokern hatte die Pleite von Systracom Anfang des Jahres gezeigt. Damals wurde das Moratorium während eines Handelstages verhängt. Fast 10 000 Orders mussten daraufhin manuell ausgeführt werden. Es dauerte Wochen, bis alle Depotstände ermittelt waren - und "so lange das nicht der Fall ist, kann kein Anleger über sein Depot und die Werte darin verfügen", erläutert Petra Krüll das Problem. Heute wäre man schlauer, ist sie sicher und fügt schnell hinzu, dass es hoffentlich erstmal nicht wieder soweit kommen möge.

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